Unterstützung für Kunst- und Kulturschaffende

Kultur Branchenverband drängt auf Soforthilfe

Unter der Überschrift "In der Krise sichtbar und hörbar bleiben" hat die Stadt Chemnitz ein kommunales Sonderprogramm für Kunst- und Kulturschaffende aufgelegt. Die Fördermittel können für Marketingaktionen, Digitalangebote oder für besondere künstlerische und kulturelle Projekte und Ideen eingesetzt werden, die trotz der derzeitigen Einschränkungen wahrgenommen werden können.

Für die Soforthilfe "Kultur.Sichtbar" werden insgesamt 250.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die maximale Zuwendung pro Maßnahme beträgt 1.000 Euro. Die Beantragung der Förderung läuft über ein Online-Antragsverfahren unter www.chemnitz.de/ KulturSichtbar. Rückfragen von Künstlern sind an per Mail an kultur.sichtbar@stadt-chemnitz.de oder telefonisch unter 0371/ 488-4121 möglich.

Zinslose Darlehen helfen oft nicht weiter

Dem Branchenverband Kreatives Chemnitz geht es aktuell jedoch weniger um künstlerische Entfaltung als vielmehr um die Deckung von laufenden Fixkosten, um Insolvenzen sowie Beantragungen von Arbeitslosengeld II zu vermeiden. "Wir fordern von der Stadt Chemnitz eine wirtschaftliche Soforthilfe in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses in Höhe von 3000 Euro zur Unterstützung von Kleinstunternehmen, Selbstständigen und Freiberuflern", heißt es in einer kürzlich gestarteten Petition. Davon müssten Krankenkassenbeiträge, Kredite oder die Versorgung der Familie bestritten werden.

Auch zinslose Darlehen würden oft nicht weiterhelfen, da die jetzigen Umsatzausfälle dauerhaft sind und nicht nachgeholt werden könnten. Eine Rückzahlung dieser Darlehen sei somit ungewiss. "Kreative und eigenverantwortliche Selbstständige, die stets das Image der Stadt polierten und ihre Steuern gezahlt haben, dürfen sich nun mit 'Bedarfsgemeinschafts-Prüfungen' und den Anlagen EKS, KDU, KAS oder VÄM herumschlagen", mahnt der freischaffende Künstler Jan Kummer in einem offenen Brief an.

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