"Unvergessen? das 4:0 gegen Aue!": Eine CFC-Legende erinnert sich

Joachim Müller führte einst im Mittelfeld des FC Karl-Marx-Stadt die Regie

Chemnitz

Die Berufung in die Legendenelf vor wenigen Wochen war einfach nur folgerichtig. Denn Joachim Müller hat nicht nur als Spieler, sondern auch als Trainer Club-Geschichte geschrieben.

Über 400 Spiele für seinen FCK

Laut der CFC-Homepage bestritt der gebürtige Zwickauer für den FC Karl-Marx-Stadt insgesamt 425 Pflichtspiele, in denen er insgesamt 85 Tore erzielte. Zudem erhielt der heute 73-Jährige mehrere Einladungen in die DDR-Nationalmannschaft (5) sowie die Olympiaauswahl (12). Ein Kreuzbandriss beendete 1986 seine Karriere.

Der Mittelfeldstratege glänzte vor allem durch seine Technik und Spielübersicht. "Ich erinnere mich dabei besonders gern an zwei Spiele. Zum einen der 4:0-Heimspielsieg gegen Wismut Aue 1972/1973 . Zum anderen der 5:0-Heimspielsieg gegen den 1.FC Magdeburg im Dezember 1981. Zu beiden Spielen waren jeweils 20.000 Zuschauer im Stadion an der Gellertstraße dabei. Mir persönlich gelangen in beiden Spielen je zwei Tore", blickt Müller, der Dieter Erler als ein sportliches Vorbild nennt, zurück. Zu seinen aktiven Zeiten sei die Mannschaft eine verschworene Truppe gewesen.

Erst Nachwuchscoach und später Cheftrainer der Himmelbauen

"Der Zusammenhalt war nicht nur auf dem Fußballplatz besonders, sondern auch im privaten Bereich. Auf dem Rasen habe ich besonders mit Frank Sorge, Jürgen Bähringer und Christoph Franke harmoniert", meint der ehemalige Kicker, der mit der Juniorenmannschaft des FC Karl-Marx-Stadt 1968 den Junge-Welt-Pokal holte. Nach der aktiven Laufbahn agierte der filigrane Fußballer beim Club als Nachwuchscoach. Als es 2002 beim Chemnitzer FC aus sportlicher Sicht brannte und der Sturz in die damalige Viertklassigkeit drohte, sprang der ehemalige Mittelfeldregisseur als Trainer ein und schaffte den Klassenerhalt.

Ein zweites Arrangement auf der Trainerbank endete 2007. Damals ging die Trennung nicht geräuschlos über die Bühne, doch das ist längst Geschichte. "Als Trainer bleibt mir vor allem das gewonnene Sachsenpokalfinale 2006 in Erinnerung", verrät der ehemalige Kicker. In diesem Endspiel hatte der CFC den VFC Plauen 1:0 bezwungen.

Söhne führen Sportgeschäfte weiter

Müller eröffnete nach der Wende in Chemnitz zwei Sportgeschäfte, die nun von seinen Söhnen Oliver und Thomas noch heute geführt werden, war Mitorganisator der legendären Chemnitzer Oldie-Turniere und hob die East-Side Fußballcamps aus der Taufe, die es heute noch gibt. Auch wenn die Clublegende nach wie vor die Spiele des Chemnitzer FC verfolgt, war er in der jüngeren Vergangenheit auf der Zuschauertribüne nur selten zu sehen. "Aufgrund meiner gesundheitlichen Situation konnte ich in den letzten Jahre leider nur wenige Spiele des CFC live im Stadion verfolgen", ist von ihm zu erfahren.

"Fokus auf das Sportliche legen"

"Nach dem gelungen Rückrundenstart und dem gewonnenen Jubiläumsspiel gegen den FC Lok Leipzig ist es etwas schade, dass der Abstand zur Tabellenspitze doch recht groß ist. Jedoch traue ich der Mannschaft einen Platz unter den ersten Fünf zum Saisonende zu", lautet sein Expertise. Das war jedoch vor den Niederlagen, die der Club in der Folge gegen Chemie Leipzig, Halle und Erfurt erlitt. Für die Zukunft hat er ein klare Botschaft:

"Ich wünsche dem Verein, dass der Fokus wieder überwiegend auf den sportlichen Teil gerichtet werden kann. Es wäre schön, wenn die Zuschauer weiterhin gern ins Stadion gehen um begeisternden Fußball zu sehen - wie zum Beispiel zuletzt gegen Lok Leipzig", so Müller. 

 

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