Verbindung zum Stadtpark gekappt: Warum ist diese Brücke seit einem halben Jahr gesperrt?

Fußgängerbrücke über die Chemnitz bleibt dicht - Ersatzneubau geplant

Chemnitz

Wer vom Stadtteil Altchemnitz in den Stadtpark spazieren möchte, steht seit Monaten vor einem Hindernis: Die Fußgängerbrücke am Ende der Rößlerstraße über den Fluss Chemnitz ist seit Ende Januar gesperrt. Viele Anwohnerinnen und Anwohner müssen lange Umwege in Kauf nehmen und fragen sich inzwischen, warum die Sperrung so lange andauert. BLICK.de fragte bei der Stadt Chemnitz nach.

Bedenken aufgrund der Statik

Wie die Stadt mitteilt, wurde die Brücke Anfang des Jahres aus statischen Gründen außer Betrieb genommen wurde. Bei der routinemäßigen Bauwerksprüfung wurden erhebliche Schäden am Tragwerk und an den Queraussteifungen festgestellt.

Bauwerk mehr als 60 Jahre alt

Die Brücke, die 1964 errichtet wurde, ist damit nicht mehr sicher nutzbar. Ein Zusammenhang mit dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden bestehe jedoch nicht, betont die Stadt: "Es handelt sich um eine ganz andere Baukonstruktion mit einem komplett anderen Schadensbild."

Brücke hält modernen Anforderungen nicht Stand

Neben dem schlechten baulichen Zustand erfüllt das alte Bauwerk auch nicht mehr die Anforderungen an moderne Geh- und Radwegbrücken. Die lichte Breite sei deutlich zu gering, zudem behindern die beiden im Fluss stehenden Pfeiler den Durchfluss der Chemnitz - ein Problem besonders bei Hochwasser.

Update 1. August 2025

Wie die Stadt Chemnitz am Freitag, 1. August, mitteilte, startet noch in diesem Monat der Neubau der Fuß- und Radwegbrücke. Die neue Brücke wird als einfeldige Stahlkonstruktion mit einer Gesamtlänge von 25,90 Metern und einer Breite von 4,14 Metern errichtet. Die nutzbare Fahrbahnbreite wird von bisher 2,00 Metern auf 3,50 Meter erweitert. Das ermöglicht künftig eine deutlich komfortablere Nutzung.

Ablauf der Bauarbeiten

Zunächst erfolgt der Abbruch der bisherigen Brücke, bevor die Gründungsarbeiten für das neue Bauwerk starten. Im Anschluss wird das vorgefertigte Brückenelement eingehoben und die Oberfläche für den Fuß- und Radverkehr hergestellt. Die Arbeiten werden von der Seite der Rößlerstraße aus durchgeführt. Dadurch bleiben die Wege im Stadtpark weiterhin nutzbar. Vollsperrungen im Park sind nicht vorgesehen.

Keine provisorische Behelfsbrücke

Während der Bauzeit wird keine provisorische Flussquerung errichtet. Die Stadt begründet dies mit dem hohen Aufwand, den ein Eingriff in das Flussbett und die sensiblen Uferbereiche bedeuten würde - auch die Bauzeit würde sich dadurch erheblich verlängern.

Fertigstellung und Kosten

Die neue Brücke soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben werden. Die Baukosten betragen rund 980.000 Euro.

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