"Vero": Studentinnen testen die Hype-App!

Smartphone Ist das soziale Netzwerk die Schlagzeilen wert?

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Immer mehr Leute nutzen die neue App. Foto: bl/Anika Weber

Seit Tagen macht eine Smartphone-App weltweit Schlagzeilen - "Vero - True Social" (dt.: real - wahrhaftig sozial). "Vero", wie die meisten sie abkürzen, verspricht Internet-Benutzern, das erste wirklich "soziale" Netzwerk zu sein. Doch was heißt das genau? Die App-Entwickler versprechen, dass "Vero" als werbefreie App - die für die ersten eine Millionen Nutzer kostenfrei bleibt - eine soziale Plattform bietet, um seine Lieblingsbilder, -musik, -bücher u.v.m. mit seinen Freunden und Followern zu teilen. Dabei sollen alle Daten sicher sein, nur von der App also verwendet werden und alle Beiträge in der Reihenfolge auf dem Startbildschirmen erscheinen, in der sie auch gepostet wurden.

Damit erhoffen sich die Macher wohl, DIE App entwickelt zu haben, denn gerade Facebook, Youtube und Instagram müssen derzeit weltweit Kritik einstecken, da ihre Algorithmen nur die Beiträge öfter und relevanter anzeigen, für die der Poster Geld bezahlt hat. Andere Posts von Usern gehen einfach unter. BLICK hat sich mit zwei Studentinnen aus Chemnitz die neue, gehypte App einmal angesehen.

Weshalb ist die App so beliebt?

Lisa Marie Köhler und Beate Kuretzky, Studentinnen der Medienkommunikation an der TU Chemnitz, haben das Ganze für BLICK getestet. "An sich empfinde ich die App als eine Mischung aus Facebook und Instagram. Ich finde es gut, dass die Postings im Feed chronologisch angezeigt werden. Das stört mich bei den anderen Plattformen am meisten - also dass es da nicht mehr so ist", so Lisa.

Auch Beate ist positiv eingestimmt: "Also ich finde die App sehr schön gestaltet, sie vereint eigentlich alles, was man sich so an Social-Media-Optionen wünscht. Die verschiedenen Inhalte, von geteilten Links bis hin zur Musik werden visuell abgestimmt dargestellt, was ich als sehr angenehm empfinde." Auf die Frage hin, ob sie sich vorstellen könnte, dass "Vero" so erfolgreich oder sogar erfolgreicher wird als die derzeitigen Top-Netzwerke Instagram und Facebook, sagt sie: "Ich könnte mir vorstellen, dass die App in Zukunft eine echte Alternative zu Instagram, Facebook und Co. darstellt."

Die Schatten-Seiten

Jedoch üben die beiden auch Kritik. Lisa findet es schade, dass es noch keine Möglichkeit gibt, Freunde in Beiträgen zu verlinken. Außerdem stört sie die Unterteilung der Personen, mit denen man sich vernetzen kann - nämlich Follower, Bekannte, Freunde und enge Freunde. "Das gibt zwar mehr Bestimmung bei der Privatsphäre. Allerdings finde ich die extra Unterteilung nicht notwendig und eher extra stressig."

Auch Beate fallen negative Eigenschaften auf: "Die Entwickler haben wohl noch mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, das macht sich dadurch bemerkbar, dass es lange dauert, die App zu starten und dass auch manche einzelne Funktionen noch nicht richtig laufen."

Online stehen sich Fans und Kritiker ebenfalls knallhart gegenüber. Die App, die es schon seit 2015 gibt und die in den letzten Tagen in einer Art Schneeballeffekt plötzlich an Bekannt gewann, darf sich laut forbes.com seit 1. März über schon fast drei Millionen Nutzer freuen. Vor allem Promis und Influencer zählen zu den Usern, die der Plattform derzeit Bekanntheit verleihen.

Aber viele Menschen stehen der App auch kritisch gegenüber. Vor allem wegen des libanesische App-Mitbegründers. Der Milliardenerbe Ayman Hariri machte in der Vergangenheit Negativschlagzeilen wegen Korruption, wie auch Spiegel Online berichtet. Auch Lisa weiß: "Der Gründer steht ja seit Tagen wegen seiner korrupten Geschäfte mit einer seiner anderen Firmen im Gespräch."

Fazit: Es bleibt spannend!

Ob "Vero" wirklich für das steht, was es verspricht, nämlich für ein soziales Netzwerk für Leute, die es lieben alles Mögliche clever zu teilen und Kontrolle darüber zu haben, mit wem sie es teilen oder ob die App am Ende doch mehr Daten sammelt und weitergibt, als sie zu schützen, wird sich herausstellen.

"Die Richtlinien der App sind fragwürdig. Soweit ich weiß, stimmt man mit der Nutzung automatisch zu, dass Vero alle dort geteilten Inhalte verwenden kann. Ich habe mich noch nicht genauer dazu erkundigt, ein mulmiges Gefühl gibt es mir aber trotzdem", so Lisa.