Verunglückte Liebe und Duell

Premiere Ab Samstag gibt es in der Oper das Ballett "Eugen Onegin" zu sehen

Ganz sicher ist Alexander Puschkins Versroman "Eugen Onegin" eines der wichtigsten literarischen Werke in russischer Sprache. 1833 erstmals veröffentlicht, führen die 384 Strophen des Werkes ein in das Leben russischer Adliger im frühen 19. Jahrhundert, begleiten den Leser auf Bälle in Moskau oder St. Petersburg, bergen unerfüllte Lieben, Missverständnisse zwischen Freunden, gar den Duell-Tod. Eugen Onegin, Prototyp des unnützen Menschen, verjubelt sein Geld, zieht sich mit einem kleinen Erbe aufs Land zurück, um dort nichts zu tun als das Leben einer anderen Familie durcheinanderzubringen. Wie gemacht ist der Roman als Vorlage für Oper (die es von Tschaikowsky schon gibt), Verfilmung (da gibt es schon mehrere, den ersten von 1911) und mit seinen Ballszenen und großen Gefühlen ebenso fürs Tanztheater. Auch Onegin-Ballette gab es bereits einige in der Geschichte des Genres. Eine weitere Fassung will nun der Chemnitzer Ballett-Direktor Reiner Feistel mit der Company der Städtischen Theater erzählen. Feistel greift auf Musik von Schostakowitsch oder Chatschaturjan zurück, nutzt Sibelius oder Pärt und als Referenz an Tschaikowskys Oper auch die daraus stammende Polonaise. Die Vielfalt der Klänge wird live von der Robert-Schumann-Philharmonie unter Stefan Politzka unterlegt. Es ist die erste von zwei neuen Ballett-Inszenierungen in dieser Spielzeit, die am Samstag, 19.30 Uhr ihre Premiere erlebt. Man darf gespannt sein, ob sie an den Erfolg der letzten Inszenierung nach einem russischen Roman, der "Anna Karenina" in der Spielzeit 2011/12, anknüpfen kann.