Verunsicherung in der Innenstadt

Premiere "InnerOuterCity" erhielt Chemnitzer Theaterpreis

verunsicherung-in-der-innenstadt
Foto: Holger Mette/iStock Unreleased

Zentralhaltestelle, Stadthallenpark, Straßen bei Nacht - so manchem Chemnitzer stellen sich beim Gedanken an diese Orte ja seit Wochen die Nackenhaare auf. Man weiß nicht genau, was dort vor sich geht, aber es soll schlimm sein. Eine allgemeine Verunsicherung hat sich ausgebreitet. Und als hätte Theaterautor Azan Garo es gewusst, gewann er mit seinem thematisch passgenauen Stück "InnerOuterCity" den Chemnitzer Theaterpreis für junge Dramatik 2017.

Was passiert in der Inner- und der OuterCity?

Am heutigen Freitag wird es seine Uraufführung im "Ostflügel" des Schauspielhauses feiern. Darin beschreibt der brasilianischstämmige Autor "Dramatische Anrisse einer allgemeinen Verunsicherung in 29 Szenen". Irgendetwas ist geschehen. Irgendetwas hat sich ereignet in der Inner City, der Innenstadt. Für die Protagonisten des Stücks in der Outer City könnte das alles Mögliche sein oder vielleicht auch gar nichts. Und - so viel verrieten die Macher auch schon im Vorfeld - man wird auch am Ende des Premierenabends nicht wissen, was sich denn eigentlich in der Inner City zugetragen hat.

Diffusion steht an erster Stelle

Auch Garos Textvorlage bewegt sich im Bereich des Diffusen. Ein Text ohne klare Rollenverteilung, ohne klare Linie, die an die Hand nimmt, um zu erklären, was eigentlich los ist. Regisseur Stephan Beer hat aus dieser Textgrundlage mit seinen Spielern ein Stück geformt. Schon als Jurymitglied sah er Garos Text wegen seiner starken Sprache auf dem ersten Platz.

Mit nur gut einem Monat von den Konzeptionsproben bis zur Premiere folgte das Team einem straffen Zeitplan. Doch darin sieht Regisseur Beer vor allem auch Chancen. Der Theaterpreis biete mit seinen sechs Monaten von der Einreichung bis zur Aufführung eine für das Theater seltene Gelegenheit, auf aktuelle Themen zu reagieren.

Start am Freitag ist 20 Uhr, weitere Vorstellungen am 5. und 7. Mai.