Verwilderte Gärten und ihre Gärtner blühen auf

Projekt Zehn Langzeitarbeitslose bauen Ost und Gemüse an

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Die Mitarbeiter des Projekts der Selbsthilfe 91 bringen drei einst verwilderte Gärten wieder zum Blühen. Foto: Selbsthilfe 91

Wie man verwilderte Gärten, die seit mehreren Jahren keinen Besitzer mehr hatten, in nur zwölf Wochen wieder urbar machen kann, zeigen seit Anfang Mai zehn langzeitarbeitslose Frauen und Männer vom Verein Selbsthilfe 91 in Chemnitz.

Selbst die Optimisten unter den Kleingärtnern der heute knapp 300 Gärten umfassenden Chemnitzer Kleingartenanlage "Kirschbaum" an der Reichenhainer Straße hätten das nicht für möglich gehalten. In den für diese Maßnahme vom Vorstand ausgesuchten drei Gärten grünt und blüht es, wächst eine gute Ernte an Obst und Gemüse heran. Beete und Wege wurden angelegt. Nicht zu übersehen ist, dass unter den zehn Langzeitarbeitslosen einige selbst einen Garten besitzen.

Es wächst und gedeiht

Unter anderem konnten aus den drei Tafelgärten bereits Kopfsalat und Karotten an die Chemnitzer Tafel geliefert werden. Und längst haben die neuen Kleingärtnerrinnen und Kleingärtner einen festen Platz im Leben des Kleingartenvereins gefunden. Dieter Wrase, selbst Mitglied im Vorstand des Vereins und unmittelbarer Nachbar der drei Tafelgärten, sagt: "Fast täglich kann man sehen, wie sich unter den Händen der Frauen und Männer diese Gärten verändern und Neues hinzu kommt.

Oft kommt es zwischen den Mitgliedern unseres Vereins und den neuen Mitstreitern zu Gesprächen über den Gartenzaun, werden Pflanzen angeboten und gärtnerische Tipps gegeben."

Die Arbeiter sind fleißig

Nicht anders sieht es der Projektleiter für die Werkstätten im Verein Selbsthilfe 91, Michael Pester. Er konnte sich bisher auf die Frauen und Männer, die eine Aufgabe im Selbsthilfeverein gefunden haben, verlassen. Bis jetzt hat es keine einzige Fehlstunde gegeben. Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, dass diese Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt bisher nicht vermittelt werden konnten.

In Absprache mit dem Vorstand der Anlage "Kirschbaum" hat man sich erst einmal auf diese drei Gärten geeinigt. In Zukunft sollen weitere Gärten, die sich nicht vermitteln lassen, hinzukommen.

Das geerntete Obst und Gemüse soll ausschließlich der Chemnitzer Tafel zugute kommen. Finanziell unterstützt wird die Maßnahme vom Chemnitzer Jobcenter. Nach Michael Pester sei ein guter Anfang gemacht. Er plädierte für eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen dem Verein Lebenshilfe, der Kleingartenanlage Kirschbaum und der Stadt Chemnitz.