• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen
Westsachsen

Verzweifelte Touristen im Jahr 2025? Die Kulturhauptstadt unter der Lupe

Chemnitz2025 Wie kommen die Touris eigentlich in die Stadt?

Herrlich, Chemnitz ist Kulturhauptstadt. Im großen Jahr 2025 strömen dann Millionen Touristen nach Chemnitz, die einem jetzt schon irgendwie leidtun können - denn die Anreise per Bahn wird alles andere als angenehm! Wir stellen uns gerade vor, wie tausende Touristen mit erhobenem Daumen an den Autobahnauffahrten stehen, weil sie auf eine Mitfahrgelegenheit in die Kulturhauptstadt Europas hoffen. Nach dem Motto: Lieber trampen statt im nirgendwo stundenlang auf den nächsten Zug warten. Doch vielleicht muss es gar nicht soweit kommen...

Aktueller Fernverkehr wird dieser Stadt nicht gerecht

Hannover, Magdeburg, Nürnberg und Hildesheim - all diese Städte hat Chemnitz im Rennen um den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2025" hinter sich gelassen. Alles Metropolen, die per Schiene besser erreichbar sind als unsere Stadt. Bis heute existiert kein Fernverkehr nach Chemnitz. Überregionale umsteigefreie Verbindungen über die sächsische Landesgrenze hinaus bestehen zudem nur bis Hof. "Das klingt nicht gerade nach Hauptstadt, ja nicht einmal nach Großstadt. Die aktuelle Anbindung ist einer Stadt dieser Größe unwürdig", fasst Anja Schmotz, stellvertretende Bundesvorsitzende des Fahrgastverbands PRO BAHN, die aktuelle Lage zusammen. Bis 2025 werden noch nicht alle für Chemnitz wichtigen Baumaßnahmen auf der Schiene, wie der Ausbau der Strecke Chemnitz-Leipzig oder die Elektrifizierung der Strecken Hof-Regensburg sowie Weimar-Gera-Gößnitz, umgesetzt sein. "Ziel muss es dennoch sein, die Stadt an die anderen Regionen Deutschlands sowie die großen Flughäfen möglichst umsteigefrei oder mit nur wenigen Umstiegen anzubinden", fordert Markus Haubold, Sprecher für Südwestsachsen des Fahrgastverbands PRO BAHN Mitteldeutschland.

IC-Verlängerungen als Überbrückung

Der Fahrgastverband schlägt bis 2025 einige konkrete Maßnahmen zur besseren Anbindung der Stadt vor. Dazu gehört neben der Verlängerung der dieses Jahr neu in Betrieb genommenen IC‐Linie Rostock-Dresden bis Chemnitz auch die Verlängerung der IC‐Linie Köln/Düsseldorf-Kassel-Erfurt-Weimar-Gera bis Chemnitz. Wesentlich schneller und zudem umsteigefrei wäre Berlin auf der Strecke Chemnitz - Riesa - Elsterwerda - Berlin mit Anbindung des neuen internationalen Flughafens Berlin Brandenburg "Willy Brandt" erreichbar. Eine solche Verbindung wäre für alle internationalen Gäste attraktiv, die das Flugzeug bis Berlin nutzen. Eine Anreise aus dem Süden ist derzeit von München über Hof mit dem "Alex" und, mit einem Umstieg in Hof, der Mitteldeutschen Regiobahn möglich. Eine umsteigefreie Verbindung könnte laut Fahrgastverband mit lokbespannten Zügen erreicht werden, welche von München nach Chemnitz mit Traktionswechsel in Regensburg und Hof fahren - solange, bis die Strecke komplett elektrifiziert ist.

Jetzt schon an Lösungen arbeiten

Für eine Umsetzung der Maßnahmen bleiben noch vier Jahre. In Anbetracht der letzten Jahre, in denen sich bei der überregionalen Bahnanbindung von Chemnitz kaum etwas bewegt hat, erscheint der Zeitrahmen ambitioniert. "Die Politik, die Verkehrsverbünde als Aufgabenträger sowie die Deutsche Bahn und die anderen Bahnunternehmen sind nun gefordert, schnell attraktive Lösungen zu finden und diese zu finanzieren", so Markus Haubold.



Prospekte