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Viel Platz zum Entwickeln

Stadtentwicklung Auf den Brachflächen der Stadt haben 600 Fußballfelder Platz

Wer positiv über Chemnitz sprechen möchte, erwähnt oft die Luftigkeit der Stadt und die Möglichkeiten, hier Raum zu nutzen. Platz, um eigene Ideen zu entwickeln, sei reichlich vorhanden. Wie viel es tatsächlich ist, darüber gibt das neue "Brachflächenkonzept" der Stadt Auskunft, das der Stadtrat im Juli verabschiedet hat. Demzufolge verfügt die Stadt über 617 Hektar Brachflächen - ungefähr elf Prozent der besiedelten Fläche. Auf allen Brachflächen der Stadt ließen sich also gut und gern an die 600 Fußballfelder unterbringen. Das Brachflächenkonzept unterscheidet dabei zwischen tatsächlicher Brache - einer weitestgehend beräumten Fläche -, Baulücken zum Beispiel in Häuserzeilen sowie Gebäudeleerständen. Während die Lehrstände etwa 108 Hektar und die Baulücken circa 85 Hektar der registrierten Flächen ausmachen, bilden die Brachflächen mit 424 Hektar - also über zwei Dritteln der Gesamtfläche - den Löwenanteil. Insbesondere gewerbliche Altstandorte in Altchemnitz, Bernsdorf, Siegmar und Furth liegen inzwischen brach, betroffen seien aber auch nicht mehr genutzte Bahn- und Gleistrassen in Altendorf oder Hilbersdorf. Gebäudeleerstand finde sich insbesondere auf dem Sonnenberg, dem Brühl und im Lutherviertel. Die städtischen Möglichkeiten, schnelle Abhilfe zu schaffen, sieht das Konzept als begrenzt an: "Allein 89 Prozent der erhobenen Flächenpotenziale befinden sich in privatem Eigentum", heißt es dort. Eine direkte Einflussnahme durch die Stadt sei hier aufgrund des Umfangs sowie aus finanziellen und rechtlichen Gründen "nicht realistisch". Stattdessen müssten Prioritäten gesetzt werden - insbesondere bei kleineren Baulücken und Leerständen könne man auf private Initiativen setzen: "Die Kommune kann durch Planungen, finanzielle Anreize, Kommunikation und Koordination Investitionen unterstützen", sagt der Report. Er wurde erstellt, um auch künftig Förderprogramme von Land, Bund und EU zur Brachflächenrevitalisierung nutzen zu können.



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