„Viele denken, es ist wie Fasching“: Cosplayerin BibiNyan verrät, was wirklich hinter dem Hobby steckt

Wochenlange Arbeit, bis zu 300 Euro pro Kostüm und eine Community, die Mut macht. Cosplayerin BibiNyan verrät, was hinter ihrem Hobby steckt.

Chemnitz

Viele vergleichen Cosplay mit Fasching. Für Cosplayerin BibiNyan greift das viel zu kurz. Hinter einem Kostüm stecken oft Wochen Arbeit, mehrere hundert Euro und eine Community, die Menschen dazu ermutigt, einfach sie selbst zu sein. Genau diese Leidenschaft bringt die bekannte Cosplayerin auch zur ShiroCo nach Chemnitz.

ShiroCo Chemnitz lockt mit Cosplay, Workshops und Anime Stars

Wenn sich am 11. und 12. Juli die Stadthalle Chemnitz wieder mit Anime Fans, Manga Liebhabern und Cosplayern füllt, kehrt die ShiroCo zum vierten Mal zurück. Neben Synchronsprechern wie Max Felder, Sven Plate (BLICK.de berichtete) und Tommy Morgenstern werden auch bekannte Cosplayer und Influencer erwartet. Eine von ihnen ist BibiNyan. Für die Cosplayerin steckt hinter dem Hobby weit mehr als nur Verkleiden.

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Eine Community an einem Ort

Die Anime und Manga Convention verwandelt die Stadthalle Chemnitz zwei Tage lang in einen Treffpunkt für Fans. Neben einem Cosplay Wettbewerb sind eine Gaming Area, eine Artist Alley, eine Händlermeile, ein Bühnenprogramm und zahlreiche Workshops geplant. Auch BibiNyan wird vor Ort sein und den Workshop Bereich mit unterstützen.

So kam BibiNyan zum Cosplay

Verkleidungen haben sie schon immer fasziniert. Den entscheidenden Anstoß bekam sie allerdings auf der Leipziger Buchmesse. „Ich habe mich schon immer gerne verkleidet. Als ich dann zum ersten Mal die Leipziger Buchmesse besucht hatte und andere Cosplayer sah, wollte ich es auch versuchen.“

An ihr erstes Kostüm erinnert sie sich noch genau. Damals schlüpfte sie in die Rolle von Serah aus „Final Fantasy 13 2“.

Aus einem Hobby wurde eine Leidenschaft

Im Laufe der Zeit wurde Cosplay für BibiNyan immer wichtiger. Einen bestimmten Moment, an dem sich alles verändert hat, gab es zwar nicht. Die vielen Nachrichten von Fans aus aller Welt hätten ihr jedoch gezeigt, dass ihre Leidenschaft auch andere Menschen begeistert. Bis heute steht für sie vor allem das gemeinsame Planen von Projekten und Shootings mit Freunden im Mittelpunkt.

Wochenlange Arbeit für ein einziges Kostüm

Hinter einem Cosplay steckt oft deutlich mehr Arbeit, als viele vermuten. Wie viele Stunden nötig sind, hängt vom jeweiligen Projekt ab. Manche Kostüme entstehen innerhalb weniger Tage, andere begleiten Cosplayer über Wochen.

Zu ihren aufwendigsten Arbeiten zählt Aphrodite aus dem Videospiel „Smite“. Das Projekt setzte sie gemeinsam mit anderen Cosplayern um.

Es war alles selbstgemacht und wir haben mehrere Wochen daran gesessen.

Auch finanziell kann das Hobby anspruchsvoll werden. Nach eigenen Angaben investiert sie durchschnittlich zwischen 100 und 300 Euro in ein Kostüm. Manche Projekte werden sogar deutlich teurer als ursprünglich geplant. So musste sie ihr Cosplay von Ciri aus „The Witcher“ mehrfach anpassen, weil einzelne Elemente nicht ihren Vorstellungen entsprachen.

„Cosplay ist viel mehr als Fasching“

Noch immer begegnen BibiNyan Vorurteile. Immer wieder werde Cosplay mit Fasching verglichen. Für sie greift dieser Vergleich zu kurz.

Schließlich stecken hinter den Kostümen Kreativität, handwerkliches Geschick und viel Liebe zum Detail. Das erste selbst genähte Kostüm bezeichnet sie rückblickend sogar als eine ihrer größten Herausforderungen.

Mittlerweile kauft sie aus Zeitgründen viele Outfits und verbessert diese anschließend. Perücken werden häufig selbst gestylt. Auch Grundlagen im Nähen und Posen hat sie sich über die Jahre selbst beigebracht.

Social Media spielt für Cosplayer eine wichtige Rolle

Instagram, TikTok und andere Plattformen sind aus der Szene kaum noch wegzudenken. Sie helfen dabei, sich mit anderen Cosplayern zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen.

Nach ihrer Einschätzung hat sich die Szene in den vergangenen Jahren stark verändert. Es gebe inzwischen deutlich mehr Möglichkeiten, an hochwertiges Zubehör zu gelangen. Gleichzeitig würden sich immer mehr Menschen für Cosplay interessieren.

Das schwarze Magier Mädchen ist ihr Lieblingscosplay

Unter ihren vielen Projekten nimmt ein Kostüm einen besonderen Platz ein. Ihr persönlicher Favorit ist das Schwarze Magier Mädchen.

Es war mein erstes komplett selbstgemachtes Cosplay und stammt aus meinem Lieblingsanime.

Ein Traumprojekt gibt es dagegen nicht. Dafür seien es einfach zu viele Figuren, die sie noch reizen würden. Gleichzeitig gebe es immer wieder Charaktere, bei denen sie sich frage, ob sie diese wirklich passend umsetzen könne.

Warum Anime, Manga und Cosplay so viele Menschen begeistern

Für BibiNyan liegt die Antwort auf der Hand: „Weil man einfach in eine andere Welt eintauchen kann.“ Ihr Rat an Anfänger ist auch ganz einfach. Viele Menschen würden gerne mit Cosplay anfangen, trauen sich aber nicht. Genau dafür hat sie eine klare Botschaft: „Versuch es einfach, der Spaß zählt.“ Besonders viel bedeuten ihr die Momente, in denen sie andere Menschen dazu inspirieren kann, selbst mit dem Hobby zu beginnen.

Und was darf laut BibiNyan auf keiner Convention fehlen? „Haarspray, Sicherheitsnadeln und Lippgloss.“

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