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Vielfalt und Parallelen

Kunst Neue Sächsische Galerie ehrt Maler

Besucher der Neuen Sächsischen Galerie (NSG) im Tietz mögen sich dieser Tage wundern. So vielfältig ist das Gezeigte und doch: Alle in der aktuellen Ausstellung befindlichen Bilder sollen der Hand ein und desselben Malers entspringen. Aus dicken dunkelfarbigen Pinselstrichen entfaltet sich da beispielsweise eine kleine Waldszenerie vor dem Betrachter, zwei Füchse schauen diesen aus ihrer flächigen Gegenständlichkeit an. Drei Schritte weiter, stößt der Gast auf eine abstrakte, kalligrafisch inspirierte Tuschezeichnung, die sich energetisch über das Papier schwingt. So unterschiedlich diese beiden Bilder auch sein mögen, tragen sie doch dieselbe Signatur - nämlich die von Herbert Kunze. Dem 1981 verstorbenen sächsischen Maler wurde die Sonderschau anlässlich seines 100. Geburtstages im Sommer letzten Jahres gewidmet und fand ihre Erstpräsentation damals an seinem Wirkungsort Dresden. Mit Blick auf die Herkunft des gebürtigen Chemnitzers holte die NSG die vom Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden aus der Taufe gehobene Schau in ihre Räume. Dem Besucher präsentiert sich mit einem Gang durch Kunzes Schaffen ein Rundumblick über das breite Spektrum eines Werkes, "das die zahlreichen Anregungen nicht kopiert, sie aber auch nicht leugnet", wie es Kunze-Sohn und Kunsthistoriker Maximilian Claudius Noack anlässlich der Eröffnung formulierte. In einer auf den ersten Blick etwas eigenwilligen Anordnung nimmt die Ausstellung dabei keine stilistisch-chronologische Sortierung vor, sondern geht den formalen Parallelen der Werke nach. Für Kunze, so NSG-Kustos Alexander Stoll, sei es nachrangig gewesen, ob er sich konkret Gegenständlichem oder Form und Farbe widmete, stets lagen Haptik und Materialität im Fokus seiner Arbeit. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 6. April.mch/vtz