Vision: Chemnitz als europaweites Vorbild

Stadt Strategiepapier stellt Rahmen für Kultur-Entwicklung bis 2030 vor

Sie gilt als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Chemnitzer Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt 2025: die Kulturstrategie der Stadt für die kommenden Jahre. Entsprechend viel Aufwand wurde in ihre Bearbeitung gesteckt: In Workshops trafen sich an die 100 Kulturakteure und erarbeiteten eine "Wunschliste", Mitte des Jahres wurden erste Ergebnisse vorgestellt.

Verabschiedung in diesem Jahr

In einer der ersten Stadtratssitzungen des Jahres 2019 soll das Papier nun verabschiedet werden - BLICK liegt eine aktuelle Entwurfsfassung vor. Bis ins Jahr 2030 soll die Strategie festschreiben, wie die Stadt ihre kulturelle Landschaft fordern und fördern will: "Kultur Raum Geben" ist das Leitmotiv für das Papier. Das Papier versteht Chemnitz "seit jeher als eine Stadt der Zuwanderung", Kultur wird dafür als "integrierende Kraft" verstanden.

Autofreie Viertel für Chemnitz

Chemnitz soll 2030 "innerhalb der europäischen Kulturlandschaft eine Leitposition in der Entwicklung neuartiger partizipativer Formate der Stadtentwicklung" einnehmen, so die Vision. Dazu wolle man Chemnitz zum "Stadtlabor" entwickeln, das Urbanität hinterfragt: So kann sich die Strategie die Entwicklung autofreier Stadtviertel oder verstärktes urbanes Gärtnern vorstellen. Auch die "Stadt nach acht" soll sich weiterentwickeln, beispielsweise durch "neue Beleuchtungskonzepte, künstlerische Interventionen der Lichtkunst oder ein Lichtfestival". Außerdem wird die Kultur- und Kreativwirtschaft als Impulsgeber für die Stadtentwicklung begriffen.

Als Koordinator zwischen verschiedenen Kulturschaffenden könnte bis 2030 eine "Kontaktstelle Kulturelle Bildung" entstehen, kulturelle Themenjahre sollen ebenfalls zur Vermittlung von Kultur beitragen. Darüber hinaus wünscht sich das Papier eine Professionalisierung der Kulturakteure, insbesondere in Fragen der Kommunikation, des Marketings und der internationalen Kooperationen.