VMS erhöht seine Fahrpreise vorerst nicht

Verkehr Verband reagiert mit Verschiebung auf Anfang 2021 auf die Folgen der Corona-Pandemie

Ursprünglich hatte der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) für den 1. August eine Erhöhung der Ticketpreise vorgesehen. Auf der Verbandsversammlung am heutigen Freitag in Chemnitz wurde jedoch beschlossen, diese Maßnahme auf den 1. Januar 2021 zu verschieben. "Mit der fünfmonatigen Aussetzung der Tarifanpassung haben wir eine kulante und zugleich elegante Lösung gefunden, ,Danke' zu sagen und die niedrigere Mehrwertsteuer an unsere Kunden weiterzugeben", erklärt Geschäftsführer Harald Neuhaus. Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel müssen in den kommenden Wochen und Monaten nicht mehr Geld für ihre Tickets bezahlen, aber eben auch nicht weniger.

Erhöhung um durchschnittlich 4,2 Prozent geplant

Die Erhöhung im August wäre ohnehin schwierig gewesen, da ein entsprechender Beschluss nicht rechtzeitig gefasst werden konnte. Wegen der Corona-Beschränkungen war die für April geplante Sitzung ausgefallen. Erst jetzt kamen die Verbandsvertreter zusammen, beschlossen aber erneut keine sofortige Erhöhung, da auf diese Weise die Umsatzsteuersenkung kompensiert werden kann. Deren technische Umsetzung hätte ohnehin ein Problem dargestellt. Durch diese Maßnahme sind vorerst weiterhin die bisherigen Preise fällig. Erst mit Beginn des neuen Jahres kommt die Tariferhöhung von durchschnittlich 4,2 Prozent zur Geltung. Gründe für die höheren Fahrpreise liegen unter anderem in den Personalkosten, die durch neue Tarifabschlüsse gestiegen sind.

Wirtschaftlicher Aspekt gibt Ausschlag

Die zum Verband gehörende Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß schlug zwar vor, die Erhöhung gar erst im August nächsten Jahres vorzunehmen. "Gerade in Zeiten der Pandemie ist ein solcher Schritt für Kunden schwer nachvollziehbar", erklärte sie. Allerdings wurde die Entscheidung nicht aus politischen Beweggründen heraus getroffen, sondern aus rein wirtschaftlichen. "Wir erleben schwierige Zeiten in der Branche", sagte beispielsweise Roland Richter, der Geschäftsführer des Regionalverkehrs Erzgebirge.

Teilweise Einbruch von 90 Prozent im überregionalen Verkehr

Zuletzt hatte die Corona-Krise das Problem sinkender Fahrgastzahlen deutlich verschärft. Laut Mathias Korda, der beim VMS für die Infrastruktur zuständig ist, war insbesondere im überregionalen Verkehr ein Einbruch von teilweise mehr als 90 Prozent zu verzeichnen. Allerdings will der Verband unter anderem mit neuen Senioren- und Azubi-Tickets sowie mit einer Handy-Ticket-App die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel noch attraktiver gestalten.