Vom Abbruch zur Spitzenleistung: Was ein blinder Chemnitzer erreicht hat

Kevin Schüffler hat mit Mut und Ausdauer Höhen und Tiefen gemeistert.

Chemnitz

Was viele für unmöglich halten würden, hat Kevin Schüffler geschafft: Der Chemnitzer schloss seine Ausbildung im Büromanagement trotz vollständiger Erblindung erfolgreich ab – und überzeugte in der mündlichen Prüfung mit herausragenden 98 Prozent. Jetzt arbeitet er als Projektassistent im CoWerk, einem Teil der SFZ-Gruppe in Chemnitz.

Ein beruflicher Weg mit Einschnitten

Kevin Schüffler ist heute 32 Jahre alt und kam sehend zu Welt. Sein beruflicher Weg begann mit der Ausbildung zum Schneidwerkzeugmechaniker. Doch das Sehvermögen verschlechterte sich so stark, dass er die Abschlussprüfung nicht mehr ablegen durfte. Ein schwerer Einschnitt – aber der junge Mann ließ sich nicht entmutigen.

Neustart durch blindentechnische Grundausbildung

2016 begann er in der SFZ-Gruppe die blindentechnische Grundausbildung. Dort erlernte er lebenspraktische Fähigkeiten, PC-Kenntnisse sowie Orientierung und Mobilität. Auch der Umgang mit Hilfsmitteln wie Screenreader mit Sprachausgabe und Blindenlangstock half ihm, sein Leben neu zu strukturieren.

Neuanfang im kaufmännischen Bereich

Danach wagte er einen Neuanfang im kaufmännischen Bereich am Berufsbildungswerk Chemnitz. In der verzahnten Ausbildung konnte er früh Praxiserfahrungen in Partnerbetrieben und Projekten sammeln. Doch mehrere Operationen und schließlich der vollständige Sehverlust stellten ihn erneut auf die Probe.

Rückschläge, Durchhaltevermögen und Erfolg

„Da hat es mich psychisch wirklich erledigt, obwohl ich ein Stehaufmännchen und ein Optimist bin“, erzählt er. Kevin Schüffler wiederholte die Grundausbildung, eignete sich neue technische Hilfen an und kämpfte sich zurück – mit Erfolg: In der mündlichen Prüfung erzielte er beeindruckende 98 Prozent.

Arbeiten mit KI und Blick nach vorn

Heute arbeitet er fest angestellt im CoWerk, einem Unternehmensteil der SFZ-Gruppe. Dort ist er Teil des Projekts „Kibalu“, einer innovativen Lernplattform mit Künstlicher Intelligenz. „Es gibt immer Höhen und Tiefen. Wer seinen eigenen Weg geht, Unterstützung annimmt – sei es durch Maßnahmen oder individuelle Beratung – und kreative Lösungen findet, kann sehr viel erreichen“, sagt Kevin Schüffler.

Ein Beispiel für gelebte Inklusion

Seine Geschichte macht deutlich: Inklusion bedeutet, Chancen zu eröffnen. Mit Ausdauer, Mut und Unterstützung lassen sich selbst scheinbar unüberwindbare Hürden meistern.

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