"Wachstum und Wohlstand stehen auf dem Spiel"

Mittelstand Gedämpfte Erwartungen für die kommenden Monate

"Der Mittelstand befürchtet, dass Deutschland 2019 in die Rezession abgleiten könnte. Die Bundesregierung muss jetzt umsteuern, um Wachstum und Wohlstand zu sichern. Dem Personalwechsel an der Spitze der Union muss ein Politikwechsel der Großen Koalition folgen." Dies erklärte Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), bei der Vorstellung der Ergebnisse der traditionellen Unternehmerumfrage zum Jahreswechsel. "Das globale Wachstum geht zurück, ein harter Brexit droht, Handelssanktionen greifen um sich, und der bisherige Wachstumsmotor Automobilindustrie stottert", warnte Ohoven.

Außerdem dämpfe der anhaltende, massive Fachkräftemangel die Wachstumsaussichten. Laut Umfrage haben mehr als 92 Prozent der Mittelständler Schwierigkeiten, offene Positionen zu besetzen. Zu den vorrangigen Aufgaben der Politik gehört aus Sicht der Unternehmer eine Senkung der Steuerbelastung für Unternehmen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Abschaffung des Solidaritätszuschlags wäre für 82,5 Prozent der Befragten ein erster Schritt mit Signalwirkung. Einen beschleunigten Breitbandausbau fordern 64,7 Prozent, für die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung plädieren knapp 77 Prozent.

Ohoven: "In der Haushaltspolitik muss umgesteuert werden, Zukunftsinvestitionen müssen Vorrang vor Sozialkonsum bekommen." Zuversichtlich zeigten sich die Unternehmer, wenn es um das eigene Unternehmen geht. So schätzen fast 52 Prozent ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut ein, 18 Prozent sogar als sehr gut.