Warnstreik der Lehrer: Jeder zweite macht mit

Arbeitskampf Heute ist eine zentrale Kundgebung in Dresden geplant

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Michael Hoyer, Alexander Staffe und Angelika Haase (v.l.n.r.) kurz vor der Abfahrt nach Dresden. Foto: bl

Rund 500 Lehrer aus Chemnitz haben sich heute auf den Weg nach Dresden gemacht. Am Mittag wollen sie sich mit ihren Kollegen aus ganz Sachsen vor dem Finanzministerium am Carolaplatz treffen, um ihren Forderungen nach einer ersten gescheiterten Tarifrunde Gehör zu verschaffen.

"Wir fordern sechs Prozent mehr Gehalt und eine neue Gehaltsstufe für erfahrene Lehrer", sagt die Chemnitzer Kreisvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Sachsen (GEW), Angelika Haase. Sie ist Lehrerin am Georgius-Agricola-Gymnasium.

Die Arbeitgeber hätten bisher noch kein konkretes Angebot unterbreitet. Darauf wollen die Streikenden nun drängen.

Neben den sechs Prozent mehr Lohn für alle angestellten Lehrer wünschen sie sich außerdem eine neue Gehaltsgruppe für Lehrkräfte, die mindestens 15 Jahren im Dienst sind. Eine Annäherung an die Beamtengehälter ist das Ziel.

Von den 30.000 Lehrkräften in Sachsen sind 98 Prozent angestellt, nur eine Minderheit, vor allem Schulleiter, trägt den Beamtenstatus. "So haben wir auch das Recht zu streiken", erklärt der stellvertretende GEW-Kreisvorsitzende Michael Hoyer.

Die Beteiligung an dem eintägigen Warnstreik ist groß. Laut Angelika Haase hat sich jeder zweite Lehrer dem Protest angeschlossen. Eine Betreuung der Kinder sei aber sichergestellt.