Was ist Kunst und was kann weg?

Interview mit Mario Geissler

Mario Geissler, 31, ist Mitglied der Freunde der Kunstsammlungen und Mitorganisator der Jungen Kunstnacht im Museum Gunzenhauser, die am heutigen samstag stattfindet.

Was erwartet die Besucher der siebten jungen Kunstnacht?

Es gibt als großen Programmpunkt zum einen das große "Kann Weg"-Voting. Wir haben zusammen mit dem Kurator zwölf Bilder ausgewählt, bei denen wir dachten, die können polarisieren. Davor werden wir Wahlurnen aufstellen und jeder Gast bekommt zwölf Chips, mit denen er entscheiden kann: Ist das Kunst, oder kann das weg?

Was passiert denn mit den Bildern?

Grundsätzlich wird die Ausstellung ja jetzt während der Schließung umgebaut. Aber die Bilder werden beileibe nicht verbrannt. Es geht vor allem darum, dass wir dazu anregen wollen, dass sich Besucher mit den Werken auseinandersetzen. Statt zu sagen, nur weil es im Museum ist, ist es Kunst, oder generell bin ich der Meinung, das kann alles weg, wollen wir mit einem Augenzwinkern zur differenzierten Auseinandersetzung anregen.

Stehen weitere Besonderheiten auf dem Programm?

Ja! Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, im Museum eine Party zu feiern? Dieses Jahr gibt es zwei Stunden durchweg Feier, das gab es in den vergangenen Jahren so noch nicht. Außerdem wird ein Künstlerpaar das Innere des Dix-Pavillons kolorieren. Das wird am späten Abend enthüllt. Bis dahin sind alle Gäste aufgerufen, die Außenseite zu gestalten. Das ist eine einmalige Gelegenheit, ein echtes Museumsstück zu bearbeiten. Natürlich gibt es noch weitere Punkte wie eine Dada-Lesung des Büros für Theatrale Strategien und Sonderführungen.

Ist die Kunstnacht ein Highlight für Sie?

Ja, für uns, die wir alle ehrenamtlich bei den Kunstfreunden tätig sind, ist das auf jeden Fall etwas auf das wir jährlich hinarbeiten. Aber wir versuchen, viele kleinere Veranstaltungen über das Jahr zu verteilen. Die jungen Kunstfreunde wollen auch den Blick hinter die Kulisse der Museen ermöglichen. Auch einmal einen Kurator oder eine Restauratorin kennenlernen. Für mich ist dann auch immer ganz spannend, diese Leidenschaft mitzubekommen, aus der heraus sie das alles machen.