Was tun, wenn der Teddy Fieber hat?

Aktion Gegen die Angst vorm Arzt: "Klinik" in der Sachsenallee

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Die angehenden Kinderkrankenschwestern Pauline und Emilie vom Chemnitzer Klinikum operierten vor den großen Augen der Kinder einen Teddy. Danach war er wieder gesund und die Kids glücklich. Foto: Steffi Hofmann

Teddys mit Fieber, Puppen mit Erkältung, der Kuschelhase mit einem abgeknickten Ohr, der Esel mit Herzschmerz - die Teddyklinik in der Sachsenallee hatte am Wochenende wieder alle Hände voll zu tun, um hunderte kleine fellige Patienten gesund zu machen. "Im letzten Jahr kamen 270 Kinder mit ihren Kuscheltieren zu uns und allen konnten wir helfen", sagte Steve Lehrich vom Chemnitzer Verein "Tellerlein deck dich", der die Aktion initiierte.

Zum insgesamt neunten Mal schlüpften Mitglieder des Vereins gemeinsam mit Schülern der Medizinischen Berufsfachschule des Klinikums Chemnitz sowie Mitarbeitern von "Milchzähne machen mobil" in ihre Kittel, um kranke Kuscheltiere zu untersuchen. Spielend lernten die Kinder so, wie wichtig die Themen Zahnpflege und Vorsorgeuntersuchungen sind, so die Organisatoren.

Alles rund um Medizin und Krankheit

Die Kids begleiteten ihre Teddys, Hasen und Puppen zur Aufnahmeuntersuchung, assistieren sogar bei einer echten Teddybär-OP und holten die gesunden kleinen Freunde am Schluss in der Entlassungsabteilung wieder ab. "Wir wollen den Kinder damit ein Stück weit die Angst vorm Arzt und dem Krankenhaus nehmen", sagte Teddy-Doktorin Claudia Mothes, die als Kinderkrankenschwester vom Chemnitzer Klinikum am Samstag vor Ort agierte. Viele Besucher der Teddyklinik spielten ihrer Erfahrung nach die Szenen, die sie dort gesehen haben, zuhause nach.

Zu den außergewöhnlichsten Patienten zählten bislang eine Krake, die sich alle Beine gebrochen hatte und ein Hase, der an Flugangst litt. Letzterer wurde von einem Kind gebracht, das selbst demnächst in den Urlaub fliegt. "Die Kuscheltiere haben oft Krankheiten, die zeigen, was die Kinder gerade beschäftigt", sagte eine Helferin des Vereins "Tellerlein deck dich", die die Tiere mit Binden, Pflastern und ähnlichem ausstattete.