Was wird aus der "Bazillenröhre" in Chemnitz?

Hauptbahnhof Anbindung an den Sonnenberg muss weiter warten

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Foto: huettenhoelscher/iStock Editorial

Für viele Sonnenberger ist es ein großes Anliegen: die Öffnung des Bahnsteigtunnels am Hauptbahnhof hin zum Stadtteil - und damit eine direkte Anbindung an den Fernverkehr. Die Möglichkeit zur Umsetzung hat die Stadtverwaltung der Deutschen Bahn AG inzwischen abgerungen - in der Folge will sie nun gleich ein größeres Rad drehen: Der Fernbusbahnhof soll an die Dresdener Straße umziehen, mit dann direkter Umsteigemöglichkeit zum Zug- und Straßenbahnverkehr.

Keine Firma will den Tunnel öffnen

Zwei Stadtbuslinien - die 21 und die 31 - sollen hier künftig ebenfalls halten. Und die Gießerstraße, die den Sonnenberg durchzieht, könnte eine ansehnliche Promenade zur Erschließung des Quartiers werden. Die Pläne stoßen bei vielen Sonnenberg-Bewohnern auf Zustimmung, wie am Donnerstag bei einem Bürgerforum deutlich wurde. Allein: Die Stadt findet keine Baufirma, die den Umbau des Tunnels vornimmt.

"Acht Firmen haben sich die Ausschreibungsunterlagen abgeholt, aber keine hat ein Angebot abgegeben", räumte Baubürgermeister Michael Stötzer beim Bürgerforum ein. Deshalb müsse man nun neu ausschreiben - der Zeitplan sei damit nicht zu halten. Die Fachfirmen-Not hat auch Auswirkungen auf den anderen Tunnel zwischen Sonnenberg und Zentrum, die sogenannte "Bazillenröhre". Die soll mit einem Lichtkonzept aufgewertet werden und so künftig kein "Angstraum" mehr sein.

Bisher wurde die Renovierung aufgeschoben, bis der erweiterte Bahnsteigtunnel fertig ist. Daran will die Stadtverwaltung auch festhalten: "Aus unserer Sicht ist es besser, wenigstens eine direkte Verbindung zwischen Sonnenberg und Bahnhofsumfeld offen zu halten - auch wenn es dieser wenig ansehnliche Tunnel ist", so Stötzer.