Weihnachtsschau in Gelenau wird vorbereitet

Kultur Alte Spielzeuge finden neues Zuhause

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Mario Franke nimmt Anett und Olaf sowie einen ungewöhnlichen Brief aus dem Karton. Foto: Ilka Ruck

Gelenau. Im Gelenauer Depot Pohl-Ströher scheinen die Heinzelmännchen unterwegs zu sein. Überall wird aufgebaut, repariert und gewuselt. Ausstellungsleiter Michael Schuster und sein Team bereiten die Weihnachtsschau vor.

Doch zuvor werden noch Kisten und Kartons ausgepackt. Dabei gibt es für die Mitarbeiter oftmals Überraschungen. Kürzlich kam ein Paket aus dem Kirchberger Ortsteil Cunersdorf an. Beim Öffnen staunte Sammlungsbetreuer Mario Franke nicht schlecht: Hielt er doch eine Puppe und einen zu Herzen gehenden Brief von Dr. Ingrid Petzold in der Hand.

Die Geschichte von Anett

Die Schildkröt-Puppe war gemeinsam mit Teddy Olaf ins Depot gereist, um hier "Asyl" zu beantragen. In dem Brief steht, dass die Puppe Anett viele Jahr auf dem Sofa gesessen hat und eigentlich mit ihr nicht viel gespielt wurde.

Jetzt sind ihre Bezugspersonen ins Altersheim gezogen. Dorthin wollte Anett jedoch nicht. Sie möchte lieber junge Leute und ihresgleichen um sich haben. Ihr Weggehen hat allerdings ihren Sitznachbarn und Kumpel Olaf traurig gemacht. Und so kam es, dass nun beide in dem Karton saßen und auf ein neues Leben hoffen. Klar, dass sich das Depot-Team um die beiden kümmern wird.

Nicht jedes Spielzeug kann aufgenommen werden

"Für mich ist das beseeltes Spielzeug, weil darin der selige Aspekt des Eigentümers lebt", erklärt Michael Schuster: "Doch das geht nicht immer. Ständig kommen Leute zu uns, um ihre Lieblinge zu bringen. Doch auch wir müssen abschätzen, was wir nehmen können und was nicht."

Puppe Anett und Teddy Olaf jedenfalls haben ihren Platz gefunden. Die beiden gibt es auch in der Weihnachtsschau zu entdecken, die am 1. Dezember ihre Türen öffnet und wie gewohnt die Herzen höher schlagen lässt.



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