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Denkmal Bahn will am Abriss des historischen Viadukts festhalten

Die Deutsche Bahn in Form hält an ihren Plänen zum Abriss des historischen Eisenbahnviadukts über die Annaberger Straße fest. Dies wurde auf einer Bürgerinformationsveranstaltung in dieser Woche deutlich, zu der die Infrastruktur-Tochter DB Netz AG eingeladen hatte. "Der Vorhabenträger hat eine Entscheidung getroffen", erklärte Ingo Buhlke, Leiter Großprojekte Südost bei der DB Netz AG. Zwar sei der Erhalt des über 100 Jahre alten Viadukts technisch möglich, könnte aber deutlich teurer werden als Abriss und Neubau. Dabei stehen veranschlagte 20 Millionen Euro für die Sanierung der alten Stahlkonstruktion etwa 13 Millionen Euro für eine neue Betonbrücke gegenüber. Auch die jährlichen Unterhaltskosten wären für den alten Brückenbau nach Bahnangaben dreimal höher. Die Entscheidung der Bahn erregte bei den anwesenden Bürgern Protest. Fraktionsübergreifend äußerten Stadträte ihre Enttäuschung über den geplanten Abriss, Experten wie der Cottbusser Bautechnik-Professor Werner Lorenz äußerten Unverständnis: "Es ist verwunderlich, mit welcher Hartnäckigkeit die Bahn am Neubau festhält", so Lorenz. Die Bahn streitet ab, dass es bei ihrer Entscheidung lediglich ums Geld für Bau und Unterhalt geht. Auch längere Bauzeiten für den Erhalt des Bauwerks seien mitentscheidend: "Unsere Entscheidung würde switchen, wenn die Sanierung weniger Risiken beinalten würde", so Bahn-Mann Buhlke auf BLICK-Nachfrage. Die Bahn will ihre Pläne nun bis Jahresende beim Eisenbahnbundesamt einreichen und Baurecht beantragen. Anschließend beginnen die öffentlichen Auslegungen bei der Landesdirektion, wo Behörden wie der Denkmalschutz, aber auch Bürger Einwände einreichen können. Zum Schluss entscheidet das Eisenbahnbundesamt über das Bauvorhaben, das wohl frühestens 2019 beginnen würde.