Weltmeisterin tauscht die Rollen

Weihnachtsfeier Christina Schwanitz trainiert und feiert mit dem Nachwuchs des LV 90 Erzgebirge

Gerade ist Christina Schwanitz zur Sportlerin des Jahres gewählt worden. Ob dies als vorzeitiges Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk zu werten ist, lässt sich schwer sagen. Schließlich wird die Kugelstoßerin des LV 90 Erzgebirge an Heiligabend 30 Jahre alt. Doch die Weltmeisterin verteilt ohnehin lieber selbst Präsente, anstatt sich beschenken zu lassen. Oft reichen dafür schon allein ihre Anwesenheit und ihre lockere, bescheidene Art. So wie vor wenigen Tagen, als sie die Nachwuchssportler ihres Vereins erst bei einer Trainingseinheit in Stollberg und dann bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier in Gelenau glücklich machte.

"Trotz all ihrer Erfolge ist Christina so einfach geblieben", sagte LV-90-Trainer Dieter Hertel und übergab der Olympia-Hoffnung für Rio de Janeiro in der Stollberger Turnhalle das Zepter. Es bereitete Christina Schwanitz sichtlich Spaß, aus der Sportlerrolle in die des Trainers zu schlüpfen. Viele interessante Übungen, die selbst sonst täglich erledigt, ließ sie diesmal die 32 jungen Sportler durchführen. Anschließend stand sie Rede und Antwort, wobei sie sich selbst als Morgenmuffel outete. "Ohne Kaffee geht bei mir gar nichts", erklärte die Top-Athleten, die noch ganz andere Rituale hat: "Es ist eine Macke von mir, mich immer drei Stunden vor dem Wettkampf noch einmal zu duschen." Auch mag sie es nicht, sich unmittelbar vor der nächsten großen Herausforderung auszuruhen. Vier Tage vor einem Start hat sie zum letzten Mal frei. "Danach muss ich allmählich die Anspannung aufbauen", erklärt die noch 29-Jährige, die als Kind Tennis spielte. Dass sie erst mit 16 Jahren zur Leichtathletik kam, zeige, dass im Sport alles möglich ist. Neben solchen motivierenden Botschaften hatte die Weltmeisterin kurz vor Weihnachten natürlich noch einige leckere Geschenke dabei, denn: "Ein kleines Stückchen Schokolade ist gar nicht schlecht, nur nicht die ganze Tafel."