Weltraumtechnik an der Strom-Zapfsäule

Elektroauto Neueste Entwicklung aus Chemnitzer Uni

Der Komfort bei der Benutzung von Elektroautos könnte sich auf Grundlage einer Entwicklung der Chemnitzer Universität in Zukunft stark erhöhen. Wissenschaftler von zwei Professuren und fünf Industriepartner aus Chemnitz und Zwickau entwickelten ein System, das die Fahrer von Elektroautos in einer Stadt direkt zu einer Stromladestation lotst. Dort verbindet sich vollautomatisch ein Roboterarm mit dem Fahrzeug und lädt die Batterie auf. Nach Abschluss des Ladevorgangs zieht sich der Arm automatisch wieder zurück in die Ausgangsposition. "Mit der Technik wollen wir einer typischen Hemmschwelle in der Elektromobilität entgegnen", sagt der zuständige Projektkoordinator Thomas Graichen von der TU-Fakultät Elektro- und Informationstechnik und erklärt weiter: "In Zukunft wird sich die Ladekapazität von E-Autos erhöhen, damit werden auch die Ladekabel größer, schwerer und damit unhandlicher. Außerdem hilft das System Menschen, die vielleicht Berührungsängste mit der Ladetechnik haben". Der Roboter führt das Aufladen der Batterie vollständig autonom durch. So braucht man als E-Auto-Besitzer keine Sorge haben, beim Laden etwas falsch zu machen. Im Versuchsaufbau wurde ein Roboterarm genutzt, der unter anderem in der Weltraumforschung eingesetzt wird. Dieser hat neben Kameras für die Erzeugung von 2- und 3-D-Bildern sehr viele Sensoren, welche die genaue Position des Fahrzeugs sowie der Ladebuchse feststellen können. Zudem garantieren sie, dass das Ladekabel mit der richtigen Kraft eingeführt wird. Bei der Vorführung des Systems in der Tiefgarage unter dem Chemnitzer Theaterplatz war zu erkennen, wie der Arm mehrere kleine Schwenkbewegungen ausführte, um die optimale Position zu finden. "Das ist ähnlich wie beim Tanken. Wir suchen auch mit den Augen und kleinen Korrekturbewegungen den richtigen Ansatz für den Tankstutzen", erklärt der 27-jährige Thomas Graichen die futuristische Technik made in Chemnitz.