Wenn der Chefsessel leer bleibt

Betriebsübernahme Finanzierung bei Generationswechsel schwierigste Hürde

Mehr Senior-Chefs denn je möchten hierzulande ihren Betrieb übergeben. Gleichzeitig ist die Zahl potenzieller Nachfolger auf ein Rekordtief gesunken. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Report des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zur Unternehmensnachfolge. Der Report zeige Engpässe in der ganzen Breite des Mittelstandes auf. Insbesondere im Hotel- und Gastgewerbe, im Verkehr und im Handel gibt es nach IHK-Erfahrungen mittlerweile sogar doppelt so viele Senior-Unternehmen wie potenzielle Nachfolger. In der Industrie kommen sogar fast fünf Alt-Inhaber auf einen Übernahmeinteressenten. Aufseiten der Nachfolger beobachten die IHKs eine verbesserte unternehmerische Qualifikation. Die Finanzierung bleibt weiterhin die schwierigste Hürde bei der Betriebsübernahme.

Dem aktuellen DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge liegen mehr als 20.000 Kontakte der Experten aus den Industrie- und Handelskammern mit Senior-Unternehmern und Existenzgründern zugrunde. In Sachsen stehen allein in den nächsten drei Jahren rund 5.300 Unternehmen zur Übergabe an einen Nachfolger an. Dies bedeutet, dass ca. 70.000 Mitarbeiter einen neuen Chef bekommen.

Zur Sicherung der Unternehmensnachfolge hat die IHK Chemnitz gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) bereits im Frühjahr 2013 begonnen, eine Beratungs- und Betreuungsstrategie zu entwickeln, die sich am gesamten Übergabeprozess eines Unternehmens orientiert. Mit dem dafür ins Leben gerufenen Projekt "Moderator Unternehmensnachfolge" finden sowohl Übergeber als auch potenzielle Unternehmensnachfolger Begleitung in allen Phasen, von der Suche bis zur Umsetzung. Seit Projektbeginn wurden im Kammerbezirk der IHK Chemnitz bisher 360 unternehmensnachfolgerelevante Gespräche geführt.