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Wenn Traum und Realität kollidieren

Projekt Alte Fabrik bleibt weiter im Dornröschenschlaf

Der Bayer Peter Weyh erfüllte sich vor sechs Jahren in Chemnitz einen Lebenstraum: Er hatte 2013 im freien Gebot den Gebäudekomplex der alten Schleifmaschinenfabrik auf der Zwickauer Straße 145 erstanden und wollte daraus eine Begegnungsstätte für Künstler machen. "Viele sagen, ich muss verrückt sein. Aber vielleicht bin ich das auch", sagte der 45-Jährige damals.

Verrückt ist: Aus dem Traum ist nie etwas geworden. Die Fabrik liegt weiter im Dornröschenschlaf - und das hat vor allem bürokratische Gründe.

Unstimmigkeiten führen zu keinem Kompromiss

Der frühere Investor Peter Weyh, der das Areal schon 2014 wieder verkauft hat, gibt der Stadt Chemnitz die Schuld am Aus für seinen Traum. "Ich habe einfach null Unterstützung bei der Sanierung bekommen", sagt er heute. Weyh hatte zum Beispiel auf Hilfe bei der Beantragung von Fördermitteln gehofft.

Bei der alten Schleifmaschinenfabrik handelt es sich um ein Kulturdenkmal. "Die Denkmalschutzbehörde stellte Unterstützung der erforderlichen Sicherungsmaßnahmen durch Fördermittel in Aussicht", so die Stadtverwaltung. Peter Weyh sei umfassend über die erforderlichen Antragsunterlagen aufgeklärt worden. Doch am Ende wurden nötige Unterlagen einfach nicht eingereicht.

Weyh ist gelernter Hotelkaufmann, der eine Liebe zu alten Industriebrachen hegt. In die Stadt Chemnitz hatte er sich 2012 sofort verliebt, wie er damals sagte. Das ist nun vorbei. Jetzt wohnt er wieder in Bayern. Wem die alte Fabrik auf der Zwickauer Straße aktuell gehört, ist unklar. Weyh habe das Gebäude damals an eine Braunschweiger Immobilienfirma verkauft - die bestätigte den Kauf auf Anfrage aber nicht.



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