Wer ist Täter und wer Opfer?

Theater Chemnitzer Studenten zeigen Entführungsdrama im Februar

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Foto: aerogondo/Getty Images/iStockphoto

Die studentische Theatergruppe der TU Chemnitz "Turmbau62" hat ein neues Stück einstudiert. "Wir proben jedes Jahr ein bis zwei Stücke ein und führen sie auf, zuletzt Woyzeck im vergangenen April", informiert Romy Scholz. Im Februar wird "Der Fall Rautermann. Ein Entführungsdrama." gezeigt - am 2. und am 17. Februar im Alten Heizhaus in der Straße der Nationen 62 am Campus und am 9. und 16. Februar im Weltecho. Die Auftritte finden jeweils um 19 Uhr statt, der Eintritt ist kostenfrei.

Worum geht es in dem Stück?

Im Fall Rautermann geht um einen mutmaßlichen Kinderschänder, der aufgrund der Beweislage nicht verurteilt werden kann. Eine Gruppe Bürger, das "Komitee der gerechten Bürger", entführt den Mann, um ein Geständnis von ihm zu bekommen und härtere Gesetze, wie eine absolute Gen-Datenbank zur Verbrechensbekämpfung und härtere Strafen für Triebtäter und Vergewaltiger zu fordern.

"In dem Stück verschwimmen die Begriffe Recht und Gerechtigkeit. Wer ist Täter und wer Opfer? Diese Frage bleibt bis zum Schluss offen", so Romy Scholz, die in die Rolle der Tina Sante aus dem "Komitee" schlüpft. Regie geführt bei dem Entführungsdrama hat Daniel Ratzka.

Gruppe findet sich immer neu zusammen

Die studentische Theatergruppe der TU Chemnitz gibt es seit 2014. "Wir haben momentan etwa 30 aktive Mitglieder, die aus Studenten und anderen Theaterinteressierten bestehen", sagt Romy Scholz. Geprobt wird jede Woche Freitag von 18 bis 22 Uhr in der Uni im Weinholdbau. Zudem gab es im Dezember und im Januar je ein komplettes Probenwochenende.

"Die Theaterstücke werden nach keinerlei Kriterien ausgewählt. Am Anfang der Semester wird gefragt, wer Lust hat, ein Stück zu inszenieren und derjenige sucht sich dann das Stück aus und fragt, wer aus der Gruppe mitspielen möchte", erläutert Romy Scholz das Prozedere.