Wer macht das Wetter in Chemnitz?

Meteorologie Erzgebirge entscheidet über Sonne und Regen

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Grafik: Christian Mathea/Steffi Hofmann

Schönwettermenschen müssen jetzt ganz stark sein. Nicht nur diese Woche beherrscht in Chemnitz der Regen das Wetter. Nein, in Chemnitz regnet es durchschnittlich viel häufiger als in Dresden und Leipzig oder anderswo in Sachsen. Aber warum ist das so? Und wer oder was ist dafür verantwortlich?

Die Stadt befindet sich im Erzgebirgsbecken. Drumherum sind Ausläufer vom Erzgebirge angesiedelt und Chemnitz liegt immerhin bereits am Ufer des namensgebenden Flusses 300 Meter hoch. Das macht das Klima schon mal völlig anders als bei einer Stadt an der Küste. "Da im Winter die Kaltluft meist aus Osten und Nordosten kommt, liegt Chemnitz auch in der direkten Einflugschneise in Sachen Kälte und Schnee. Das hat man auch in diesem Winter gemerkt. Da war der Westen oft recht warm, nach Osten gab es aber viel kalte Luft und mehr Winter als im Westen", erklärt Meteorologe Dominik Jung.

Weil Chemnitz auf der LUV-Seite - das ist die zum Wind zugewandte Seite - vom Erzgebirge liegt, gibt es dort auch recht hohe Niederschlagsmengen. "Die Wolken regnen sich da recht gut aus", so Dominik Jung. Es könne im Winter sehr kalt werden, aber im Sommer auch sehr warm bis heiß. Da werde ein leichter Übergang zu kontinentalem Klima spürbar. "Aus den weiten Russlands kommt im Winter die Kälte und im Sommer manchmal auch die Hitze."

Obwohl auch die Landwirte um die Stadt Chemnitz im Sommer mit Trockenperioden zu kämpfen haben, ist die Lage hier nicht ganz so schlimm wie beispielsweise in Nord- oder in Ostsachsen. So regnet es in Chemnitz laut einer Langzeitbetrachtung von Wetterkontor durchschnittlich 700 Millimeter pro Jahr. Im Leipziger Raum wird dagegen eine Niederschlagsmenge von 512 Millimeter angegeben.

Übrigens gibt es in Chemnitz mehr Regentage (173) als in Hamburg (130). Aber in Hamburg regnet es wenn, dann offenbar auch heftiger. Denn bei der Niederschlagsmenge kommt die Hansestadt auf 772 Millimeter.