Werbung mit Früchten täuscht Verbraucher

Verbraucherzentrale Projekt Lebensmittelklarheit

Papaya-Schoko-Knusper" klingt einfach appetitlicher als "Puffreisriegel mit Schokoladenüberzug und natürlichem Aroma": Deshalb bewerben wohl Lebensmittelhersteller viele Produkte mit Abbildungen oder Namen von Früchten, obwohl sie nur minimale Fruchtanteile oder gar keine Früchte enthalten.

Bislang zeigten jedoch zahlreiche Online-Beschwerden, dass Verbraucher bei Fruchtabbildungen und -bezeichnungen tatsächlich Früchte, Fruchtanteile oder Konzentrate der jeweiligen Frucht erwarten. Sie fühlen sich regelmäßig getäuscht, weil die abgebildeten Früchte in den Produkten fehlen, wissen die Betreiber des Verbraucherportales Lebensmittelklarheit zu berichten. Während die nicht vorhandene Frucht bei Süßwaren auf der Vorderseite prangt, ist ein Aromenzusatz erst im Kleingedruckten erkennbar. Das Portal www.lebensmittelklarheit.de wird von den Verbraucherzentralen betrieben und im Rahmen der Initiative "Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln" durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert. "Leider hat die Süßwarenbranche bei der aktuellen Änderung ihrer internen Zuckerwaren-Richtlinie die Chance vertan, für eine bessere und deutlichere Kennzeichnung bei der Verwendung von Aromen zu sorgen", meint Anne-Katrin Wiesemann, Referentin für Lebensmittelrecht bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Nur durch eine glaubwürdige Verpackungsaufmachung und Kennzeichnung könne das Vertrauen der Verbraucher in Lebensmittel gestärkt werden. Wie sich Verbraucher die Kennzeichnung von aromatisierten Lebensmitteln wünschen, darüber können sie jetzt im Internetportal der Verbraucherzentralen www.lebensmittelklarheit.de abstimmen.