„What a mesh!“: Wo Laufmaschen zu Kunstwerken werden

Industriemuseum Chemnitz präsentiert Studienarbeiten der TU in Schau „What a mesh!“

Chemnitz

Eigentlich sind Laufmaschen ein Ärgernis, doch sie können auch inspirieren. Das Zentrum für Lehrkräftebildung und Bildungsforschung (ZLB) der TU Chemnitz präsentiert derzeit künstlerische Studienarbeiten zum Thema „Laufmasche“ im Industriemuseum Chemnitz.

Studierende gestalten Fehler und Irritationen künstlerisch

Vor dem Hintergrund der regionalen Industriegeschichte setzten sich 21 Studierende des Studiengangs Lehramt an Grundschulen im Fach Kunst im siebenten Semester inhaltlich und gestalterisch mit Fehlern, Irritationen und dem Zusammenhangsverlust von gestricktem Material auseinander.

Übungen für Kunstobjekte

„Strümpfe und Strumpfhosen wurden unter Anwendung vielfältiger Textiltechniken in Kunstobjekte überführt. In einer weiteren Übung wurden Elemente der Street Art in Stickereien und Perlenverzierungen umgesetzt“, erklärt Prof. Dr. Steffen Wachter, Inhaber der Professur Fachdidaktik Kunst an der TU Chemnitz.

Ausstellung „What a mesh!“ zeigt Graffiti und historische Maschinen

Die Ergebnisse des künstlerischen Schaffens sind jetzt in der Ausstellung „What a mesh!“ im Industriemuseum zu sehen. Graffiti-Tags aus Chemnitz und Umgebung finden sich in abstrahierter Form auf rundgestricktem Stoff, der auf einer historischen Maschine produziert wurde. Die dabei entstandenen Leerstellen wurden nicht repariert, sondern durch künstlerische Gestaltung betont – analog zur Kunstform des „Flackings“, bei der beispielsweise Asphaltrisse mit bunten Mosaiksteinen ausgebessert werden.

Laufmaschen neu betrachten – Einladung zur Ausstellung

Die künstlerisch gestalteten Arbeiten der Chemnitzer Lehramtsstudierenden werden bis zum 9. Mai im Eingangsbereich des Industriemuseums gezeigt. Die Ausstellung lädt dazu ein, Laufmaschen als Ausdruck von Veränderungsprozessen im Material wie auch im gesellschaftlichen Kontext zu begreifen und das scheinbar Fehlerhafte neu zu betrachten.

Künstlergespräch am 16. April

Am 16. April findet um 18.30 Uhr im Foyer des Industriemuseums ein Künstlergespräch zur Ausstellung statt. Moderiert wird es von Prof. Dr. Steffen Wachter.

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