Wie das Mufflon in die Lausitz kam

Ausstellung "Via Regia - Straße der Arten" im Chemnitzer Naturkundemuseum

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Museumspädagogin Isabelle Ehle erklärt, dass das Mufflon wegen seiner Hörner als Jagdtrophäe nach Deutschland gebracht wurde. Foto: Michael Chlebusch

Die Spinne in der Bananenkiste ist ja ein Klassiker der Urbanen Legende. Doch so weit hergeholt sind die weit hergeholten tierischen Einwanderer im Frachtgut emsiger Händler gar nicht. Wie sich fremdländische Arten bereits seit rund 2000 Jahren entlang der wichtigsten europäischen Handelsroute verbreiteten, zeigt das Chemnitzer Naturkundemuseum vom 4. Mai bis 30. Juli in der Sonderausstellung "Via Regia - Straße der Arten".

Was war da noch auf dem Schiff?

Die 4.500 Kilometer lange und heute acht europäische Länder verbindende Strecke zwischen Moskau und Nordspanien brachte nicht nur Nutztiere wie polnische Rinder, Jagdtrophäen wie Mufflon und Fasan sowie Seide und Farbstoffe in ferne Gefilde, sondern brachte auch manchen ungebetenen Gast oder sogar die Pest mit sich.In Vitrinen und mit Schaustücken zeigt das Museum die Geschichte des Transportes der oft lebendigen Waren entlang der Via Regia und hält so manchen überraschenden Einwanderer bereit.

Kinder im Mönchskostüm

Das umfangreiche pädagogische Begleitprogramm zeigt Kindern dabei nicht nur, wie der globale Handel Leben und Natur hierzulande nachhaltig veränderte und verändert, sondern beleuchtet auch die großen Unterschiede zwischen dem Alltag damals und heute. Als kleine Mönche verkleidet, lernen die jüngsten Besucher, wieso man Läuse brauchte, um bunte Kleider herzustellen, oder wie ein Nashorn Mitte des 18. Jahrhunderts zum Popstar wurde. Letzteres hieß übrigens Clara und ziert auch das Titelbild der Ausstellungsbroschüren.

Für das Museumspädagogische Angebot können Schulklassen und Kindergartengruppen ebenso wie Einzelinteressenten freie Termine beim Naturkundemuseum erfragen. Auf eigene Faust kann die als Familienausstellung konzipierte Schau ab kommenden Donnerstag in der ersten Etage des Tietz erkundet werden.