Wie ein Tag eine ganze Stadt verändert hat ...

Attentat Demos, Konzerte und neue Initiativen nach den Ausschreitungen 2018

Ende August 2018 wurde Chemnitz erschüttert. Ein Mord in der Innenstadt, der bis heute nicht aufgeklärt ist, spaltete Teile der Gesellschaft. Binnen weniger Tage wurden Demonstrationen organisiert, gründeten sich Initiativen und wurden Konzerte veranstaltet. Unter dem Motto "Chemnitz ist weder grau noch braun" haben sich engagierte Bürger, Unternehmer und Wissenschaftler zusammengefunden. Sie sagen: "Chemnitz hat alles: seine guten Seiten und seine Probleme. Womit wir nicht leben können, sind Hass, Gewalt, Intoleranz und vor allem Wegschauen. Das ist der Nährboden, auf dem Demokratiefeindlichkeit wächst. Das macht Angst. Aber aus der entsteht der Mut, den es jetzt von uns Bürgern braucht."

Ein Megaevent in diesem Zusammenhang spielte sich am 3. September mit dem "Wir sind mehr"-Konzert in der City ab. Mehrere Bands, unter anderem "Kraftklub" und "Die Toten Hosen", gaben ein Gratiskonzert für Demokratie und Toleranz, gegen Rassismus und Gewalt. Nach Angaben der Stadt kamen rund 65.000 Menschen zusammen und - es blieb friedlich.

Bürgerdialoge, unter anderem mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich, Feste, Lesungen, und Partys wurden aus der Taufe gehoben. Altbewährtes hingegen wurde verabschiedet: Ende März sagte Chemnitz sein Stadtfest in diesem Sommer ab. Die Organisatoren begründeten die Absage mit den Ereignissen rund um den Tod von Daniel H. Durch die anschließenden Ausschreitungen sei die Marke "Chemnitzer Stadtfest" stark beschädigt worden, so die Veranstalter. Aktuell läuft der Prozess in Dresden. Der BLICK wird auch weiterhin über Neuigkeiten im Fall berichten.