Wie viele Bürger wollen nach Chemnitz?

Bevölkerung Statistik zeigt Wanderungsbewegung von Chemnitz

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BLICK fragte beim Statistischen Landesamt nach, wer nach Chemnitz zieht und wer von hier weg. Fotografik: Christian Mathea/hfn

Chemnitz wächst. Der Bevölkerungsanstieg profitiert vor allem von den steigenden Zuzügen. Die Trendwende kam 2006, seitdem sind pro Jahr mehr Menschen nach Chemnitz gezogen als von hier weggezogen. Aber wohin zieht es die Chemnitzer, und woher kommen die Neuen?

Wanderungsbewegung in der Analyse

Das Statistische Landesamt hat auf Anfrage des BLICK die Wanderungsbewegungen für 2016 analysiert - die momentan aktuellsten Daten bei dieser Analyseform. Die stärksten Bewegungen gab es innerhalb Sachsens. Drastisch fällt der Verlust mit Dresden aus: 1220 Chemnitzer zogen nach Dresden, dagegen nur 440 Dresdner nach Chemnitz.

Ähnlich schlecht liegen die Zahlen bei Leipzig. Auf der anderen Seite wollten beispielsweise 228 Glauchauer nach Chemnitz, nur 64 dorthin. Auch aus Annaberg und Flöha zog es mehr Menschen nach Chemnitz als umgekehrt.

Bei den Bundesländern gab es den größten Austausch mit Bayern. Hier halten sich die Zu- und Wegzüge beinahe die Waage (616 Wegzüge, 607 Zuzüge). Es gibt auch Bundesländer, von wo aus mehr Menschen nach Chemnitz gezogen sind als dorthin wollten: Thüringen, gefolgt von Baden-Württemberg und Brandenburg.

Nun die Frage:

Wie viele Chemnitzer hörten nicht auf den Song der Gruppe Kraftklub, die sang "Ich will nicht nach Berlin?" Offenbar nicht allzu viele, 332 Chemnitzer wanderten im Jahr 2016 in die Hauptstadt ab. Und wie viele Berliner sagten sich "Ich will nicht mehr, Berlin?" Das waren hingegen nur 194.

Aber wie erklärt sich dann der Zuwachs bei der Bevölkerung? Ein Großteil davon durch den Zuzug von Ausländern - vor allem Syrer, Inder und Libyer. 6977 Ausländer kamen im Jahr 2016 zu uns, 3516 gingen weg.