Wie von Geisterhand - Gesten bestimmen den Alltag

Ausstellung Uni und Industriemuseum bereiten Ausstellung vor

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BU: Prof. Ellen Fricke und Oliver Brehm, Leiter des Industriemuseums, an einem Federhammer, der als Exponat Teil der Sonderausstellung "Gesten - gestern, heute, übermorgen" sein wird.Foto: TU Chemnitz/Pressefoto Schmidt

Heute schon übers Handy gewischt? Die Geste des Wischens nimmt immer mehr Raum ein in unserem Leben. Haben wir früher mal buchstäblich Krümel oder sinnbildlich Argumente vom Tisch gewischt, suchen wir uns heute per Wisch die Nachrichten aus, die uns erreichen sollen, oder den Lebensschnipselgefährten für die kommenden Tage.

Und die Bedeutung von Gesten wird noch mehr zunehmen, glaubt Ellen Fricke, Professorin für Germanistische Sprachwissenschaft an der TU Chemnitz und angesehene Gesten-Expertin: "Muss ich im künftigen Smart Home für jedes Gerät eine eigene Geste lernen?", fragt sie zum Beispiel.

Oder: "Müssen wir für die Maschinensteuerung eine eigene Gestensprache konstruieren?" Mit ebensolchen Fragen beschäftigt sich auch ab November eine Ausstellung im Industriemuseum Chemnitz, in die es vor ein paar Tagen eine erste Einführung gab.

Universität und Museum kooperieren dafür, hinzu kommen künstlerische Objekte rund ums Thema Geste vom Ars Electronica-Institut im österreichischen Linz. Da soll man dann unter anderem das beliebte Kugellabyrinth nur mehr per Geste steuern oder ein Gefäß nicht mehr physisch, sondern virtuell formen können. Insgesamt wird es Einblicke geben, wie aus handwerklichen Tätigkeiten wie Spinnen, Schmieden oder Töpfern zunächst eine Nachformung der Hand in Werkzeuge wurde und irgendwann daraus nur noch eine Gestensteuerung wird.

"Wir wollen Handhabungswissen bewahren und Gesten als Wissensspeicher erhalten, aber eben auch auf Zukünftiges blicken", so die Professorin. Ab November kann man die ersten Arbeitsergebnisse im Industriemuseum begutachten.



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