Windenergiegewinnung in Sachsen - der Status quo

Für die Energiewende und das Erreichen der Klimaziele ist neben der Photovoltaik ebenso die Nutzung der Windkraft ein zentrales Anliegen. Sie gelten als Stütze einer unabhängigen und nachhaltigen Stromversorgung. Um diese zu gewährleisten, hat der Bund klare Ziele für den Ausbau der Windkraft formuliert. Ein Blick auf die Länder zeigt, dass der Ausbau recht unterschiedlich voranschreitet und die Landesregierungen unterschiedliche Strategien verfolgen. Was zeigt der Blick nach Sachsen?

Früher galt in erster Linie die Küstenregion als Standort für Windparks . Dann stellte sich heraus, dass viele Waldgebiete und landwirtschaftliche Flächen hervorragende Voraussetzungen für die Windkraftanlagen bieten. Vor allem der Südwesten der Bundesrepublik hat diese Erkenntnis für sich genutzt. In Niedersachsen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wurden viele Anlagen gebaut. Auf der anderen Seite haben ostdeutsche Bundesländer wie Sachsen-Anhalt und Brandenburg darauf hingewiesen, dass auch sie den Ausbau beschleunigen. Im Hinblick auf die Modernisierung alter Anlagen ist Sachsen-Anhalt sogar Spitzenreiter. Auf der anderen Seite zählt Sachsen zu den Ländern, die bislang nur langsam vorankommen.

Wo steht Sachsen aktuell beim Ausbau der Windenergie?

Was die Stärkung der Windkraft betrifft, kommt Sachsen nach aktueller Planung im Jahr 2025 auf 11 neue Anlagen. In drei Fällen ist ein Rückbau notwendig. Das bedeutet, dass eine bestehende Anlage wieder abgebaut werden muss. Wenn man diese Rückbauzahlen abzieht, steht unter dem Strich für Sachsen eine Steigerung von 8 neuen Windkraftanlagen. Demgegenüber kommt Sachsen auf ein Plus von 16 Anlagen und Niedersachsen auf 47. Thüringen liegt durch hohe Rückbauzahlen noch weiter zurück. Wie schnell oder langsam der Ausbau voranschreitet, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Einer davon sind die vor Ort für Windkraft ausgewiesenen Flächen. Das sind die fünf leistungsstärksten Windkraftstandorte in Sachsen:

 

  • Windpark Breunsdorf: 15 Anlagen, 93,0 MW Gesamtleistung
  • Windpark Streumen: 19 Anlagen, 61,45 MW Gesamtleistung
  • Windpark Dörnthal-Voigtsdorf: 27 Anlagen, 58,5 MW Gesamtleistung
  • Windpark Ablaß: 23 Anlagen, 57,5 ​​MW Gesamtleistung
  • Windpark Ludwigsdorf/Schöpstal: 30 Anlagen, 54,35 MW Gesamtleistung

Stärkt ein neuer Beschluss jetzt den Ausbau in Sachsen?

Nach Vorgabe des Bundes sollen die Länder auf zwei Prozent der Fläche ihres Landes den Aufbau von Windkraftanlagen ermöglichen. In Sachsen gab es sogar dagegen Bedenken. Durchsetzen konnte sich diese nicht. Aber sie machen deutlich, dass es im Bundesland erhebliche Widerstände gegen die Windkraft gibt. Die komplizierten politischen Verhältnisse mit einer Minderheitsregierung aus CDU und SPD machen das Landtagsstauziehen um die Energiewende nicht einfacher. So kam man nur langsam voran. Mit Hilfe der Stimmen des BSW wurde diesen September ein Landtagsbeschluss auf den Weg gebracht , der Bewegung in die Sache bringen soll. Der gemeinsam getroffene Beschluss: Die Gemeinden, neben denen Windkrafträder aufgebaut werden, sollen finanziell mehr profitieren. Ab 2026 sollen sie pro Kilowattstunde Windstrom statt 0,2 Cent 0,3 Cent von den Energieunternehmen erhalten. Dieses Geld soll den Ortsteilen zugutekommen, auf deren Flächen die Windräder stehen. Die Gemeinden könnten damit Dinge wie Spielplätze für Kinder, Sportangebote oder Gemeindehäuser bezahlen. Das sind Dinge, von denen die Bewohner konkret profitieren. Was daneben nicht vergessen werden sollte: Bei der Planung vieler Windparks werden ausgleichende Maßnahmen zum Schutz der Umwelt vereinbart. Solche Maßnahmen bleiben davon unberührt. Auch sie sind wichtig für die Akzeptanz der Windenergie und fließen in eine professionelle Planung von Windenergieprojekten ein.

Viele Unternehmen signalisieren Interesse am Ausbau

Angesichts der bisherigen Zurückhaltung kann man hoffen, dass damit immerhin eine neue Bewegung in Sachsens Windkraftausbau kommt. Auf der anderen Seite haben Akteure wie die sächsische Industrie- und Handelskammer eine gewisse Enttäuschung über das Ergebnis der historischen politischen Verhandlungen geäußert. Das Problem: Für den Ausbau braucht es auch Flächen, auf denen Anlagen gebaut werden dürfen. Anstatt das bundesweit gewünschte Flächenziel von 2 Prozent festzulegen und konkret auszuweisen, bleibt Sachsen darunter. Man hat doch noch eine Korrektur auf den Mindestwert von 1,3 Prozent festgelegt. Für engagierte Windkraftenthusiasten ist das nicht das Ergebnis, das sie sich gewünscht hatten. Wie in vielen anderen Bundesländern zeigen sich auch in Sachsen die Industrie und das Gewerbe als Verbündeter der Windenergie. Wo eine industrielle Produktion mit großem Energiebedarf stattfindet, ist eine sichere Versorgung unbedingt notwendig. Die Preise für fossile Energien sind teuer und werden in Zukunft noch weiter steigen. Photovoltaikanlagen liefern bislang im Jahresschnitt, verglichen mit Windenergie, weniger Strom und Sonnenuntergang nach liefern sie nicht mehr. Einmal aufgebaute Windkraftanlagen können dagegen enorme Mengen an Strom liefern - unabhängig von der Tageszeit. Was dazukommt: Der grüne Windstrom stärkt das Unternehmensimage. Kein Wunder, dass auch kleine und mittelständische Betriebe aus Sachsen gerne gewerblichen Strom von Windenergieunternehmen beziehen. Bei Unternehmen ist das Interesse vorhanden.

Bürgerinnen und Bürger für die Windkraft gewinnen

In einigen Städten wirbt man jetzt für lokale Beteiligungsoptionen beim Verkauf des Windstroms. Gelingen kann das über Organisationsformen wie eine Energiegenossenschaft, über Bürgerenergiegesellschaften, wirtschaftliche Beteiligungsformen und kommunale Windenergieprojekte. Ein pauschales Rezept für die beste Organisationsform gibt es dabei nicht. Windkraftprojekte können unterschiedlich groß sein und unterschiedlich hohe Investitionskosten erfordern. Sie sollten individuell geplant und auf die Bedürfnisse des einzelnen Standorts abgestimmt werden. Wer Sachsens Bürger für die Windkraft gewinnen möchte, darf sich jedoch nicht auf die wirtschaftliche Diskussion beschränken. Aufklärungsarbeit über Windräder und eine Beteiligung der Bürger bereits im Planungsprozess sind enorm wichtig. Erfolgreiche Energieanbieter achten auf solche Dinge. Sie sprechen mit Menschen über ihre Bedenken und glauben daran, negative Beeinträchtigungen von Windrädern auf die Bewohner und die Umwelt nach Möglichkeit zu vermeiden. Was man dazu wissen sollte: Die Technik hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert.

Neuer Windkrafttechnologien

Wo es um leistungsfähigere und leisere Anlagen geht, kann auch der Umbau von alten Anlagen und ihr Ersatz durch neuere Modelle sinnvoll sein. Beim sogenannten Repowering wird genau das getan. In manchen Fällen macht Repowering landwirtschaftliche Flächen wieder nutzbar, die sich in der Nähe der Windräder befinden. Landwirten, die ihre Flächen zur Nutzung an Windenergiebetreiber verpachten, kommt das entgegen. In anderen Bundesländern zeigt sich, dass manche Flächen durchaus einen landwirtschaftlichen Ertrag und Windstrom gleichzeitig liefern können. Das Land Sachsen schreibt laut Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft außerdem ein regelmäßiges Monitoring bestehender Windparks vor. Alle Anlagen, die höher als 50 Meter sind, werden quartalsweise einer professionellen Überprüfung unterzogen. Wo es Probleme gibt oder das Repowering erhebliche Verbesserungen in Aussicht stellt, können solche Schritte auf den Weg gebracht werden. Obwohl Sachsen nach den nackten Zubauzahlen eines der bundesweiten Schlusslichter bildet, zeigen all diese Aktivitäten, dass man das Projekt Energiewende ernstnimmt.

Große Windkraftprojekte brauchen professionelle Projektbegleitung

Die Erfahrung zeigt, dass eine professionelle Planung Windkraftprojekten einen wichtigen Schub geben kann. Professionelle Begleiter bieten eine ganzheitliche Unterstützung. Sie sehen nicht nur in Richtung Bürokratie und wirtschaftlichen Absatz. Sie bieten eine umfassende Projektbetreuung, die grünen Strom und Umweltschutz im Blick hat, wirtschaftliche Vernetzung und Bürgerbeteiligung unterstützt und ein Windkraftprojekt organisiert, das zum Standort passt. Neben großen Energiekonzernen gibt es auch solche, die sich erklärtermaßen an genossenschaftlichen Werten und sozialer Zusammenarbeit orientieren. Auch die Entscheidung dafür kann ein Projekt stärken. Die Beteiligung an vielen anderen Projekten kann für den Aufbau vor Ort auch hilfreich sein. Insofern lohnt es sich, mit Windenergiespezialisten zusammenzuarbeiten, die bereits viele Projekte für Erneuerbare Energien unterstützt haben und Erfahrungen aus anderen Bundesländern mitbringen.

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