"Wir müssen die Republik behüten"

Ehrung Komitee zeichnet Justin Sonder aus

"Siebzehn Selektionen habe ich überlebt", erzählt Justin Sonder und weiß, dass dies ohne Solidarität und viel Glück nicht möglich gewesen wäre, "einmal hat mich ein polnischer Arzt gerettet", sagte er am Dienstag im Beisein polnischer und deutscher Jugendlicher in der Jugendkirche St. Johannis. "Was Justin Sander berichtet, hilft beim Beurteilen von aktuellem Fremdenhass", sagt Martin Krenkel. Der Azubi aus Zwickau war im Sommer zusammen mit anderen deutschen und polnischen Berufsschülern im Sommer für zwei Wochen zu Erhaltungs- und Restaurierungsarbeiten in der Auschwitz-Gedenkstätte. Aus Anlass seines 90. Geburtstages, den er vor wenigen Wochen beging, aber vor allem als Ausdruck der Anerkennung und Dankbarkeit für seine menschliche Haltung und sein pädagogisches Engagement ehrten die Auschwitz-Überlebenden im Internationalen Auschwitz Komitee ihren Freund und Kameraden Justin Sonder mit Ehrenmedaille, die aus Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz im Januar 2015 von der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau gestiftet wurde. "Dass Deutschland sich zu einem Land mit Demokratie und Toleranz entwickeln konnte, verdankt es auch Menschen wie Justin Sonder", erklärte Christoph Heubner, Exekutiv Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees. "Wir müssen die Republik behüten", ergänzt Justin Sonder, "um Demokratie und Menschenrechte zu erhalten".