"Wir wollen Lust auf Chemnitz machen"

Projekt Stadt stellt umfangreiche Kulturstrategie bis zum Jahr 2030 vor

Chemnitz hat große Ambitionen zu Beginn des Jahres. In der vergangenen Woche stellte die Stadt ihre Kulturstrategie bis 2030 vor - ein 40-seitiges Manuskript, das konkrete Ideen und Maßnahmen enthält, wie sich die Kultur in den kommenden Jahren noch besser entfalten kann. "Wir wollen Lust auf Chemnitz machen", sagte Bürgermeister Ralph Burghart, der zum 150 Personen zählenden Kreis gehört, der seit zwei Jahren an der Strategie arbeitete.

Es wurde zu großen Teilen ehrenamtlich in Themengruppen, in Workshops und Zukunftswerkstätten nach Wegen und Möglichkeiten für eine bunte Kulturszene gesucht. Als oberstes Ziel will die Strategie den Zugang zu Kultur erleichtern. Sie will auch den Austausch zwischen Akteuren optimieren und eine kommunikative Vernetzung schaffen. Kulturschaffende sollen weiter geschult und professionalisiert, Antragsverfahren für Kulturförderung vereinfacht werden. "Es soll eine Ermöglichungs-Kultur entstehen", so Mandy Knospe aus dem Arbeitskreis der Kulturstrategie.

Die "Stadt nach Acht"

Ein konkretes Projekt aus der Strategie nennt sich zum Beispiel "Stadt nach Acht". Damit soll gezeigt werden, dass Chemnitz auch nach 20 Uhr attraktiv ist - unter anderem durch eine Verschiebung der Nachtruhe am Wochenende und eine weitere Belebung der Kneipenszene. Investiert werden soll zudem in die kulturelle Bildung. Mobile Formate, wie beispielsweise ein Kulturbus, sollen Kultur direkt zu den Menschen bringen und auch die Stadtteilarbeit beleben.

Weiterhin ist ein Schul-Kultur-Zentrum in Planung. "Der didaktische Aspekt von Kultur wird bislang viel zu gering gehalten", sagte Professor Christoph Fasbender, der ebenfalls an der Kulturstrategie mitarbeitete.