Wo die Hoffnung zuletzt stirbt

Aktion Glösaer fordern Erhalt ihres Jugendklubs - Dienstag Entscheidung

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Die Hoffnung, sie ist nach wie vor groß im Jugendklub Fokus in Glösa. Und das, obwohl das Jugendamt der Einrichtung, die Mitte der 1990er Jahre die erste in Chemnitz in freier Trägerschaft war, im kommenden Jahr den Geldhahn zudrehen will - so steht es in der Vorlage, die am Dienstag zur Abstimmung im Jugendhilfeausschuss steht. "Aber damit", sagt Klubleiterin Daniela Kirsch kämpferisch, "haben wir uns noch lange nicht abgefunden". Die Mitte Oktober erhaltene Nachricht, aus der sie auch vor den etwa 20 Kindern und Jugendlichen, die das Haus täglich besuchen, kein Geheimnis gemacht habe, sei zwar ein "großer Schock" gewesen. Aber gleich danach habe man mehrere Aktionen gestartet, von der Unterschriftensammlung bis zum Protesttag, der gestern neben Eltern und Kindern auch Stadträte in die Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt lockte. So SPD-Rätin Jacqueline Drechsler beispielsweise, die als Mitglied im Jugendhilfeausschuss mit abstimmen wird: "Wir wollen den Klub aus der Vorlage herauslösen und dann zur Stadtratssitzung im Dezember einen Änderungsantrag mit einem Vorschlag zur Finanzierung einbringen", sagte sie.

Dass es im Fokus weitergeht, hofft auch Bastian Steinbeck. Der Elfjährige aus Glösa, der in die Josephinen-Mittelschule geht, besucht den Jugendklub, wie er erzählte, fast jeden Tag. "Wenn es hier nicht weitergeht, dann hätte ich keine Freizeit mehr", sagt er. Der nächste Klub sei in Hilbersdorf. "Das ist selbst mit dem Fahrrad zu weit".