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Wo die Stunde schlägt

Historie Technisches Uhrenmuseum hat noch viel vor

An der Zwickauer Straße in Chemnitz, direkt neben dem Straßenbahnmuseum, hat schon so manchem die Stunde geschlagen. Denn immer, wenn ein Gast die Tür des dort befindlichen Technischen Uhrenmuseums durchschreitet, ertönen Glocken und Klingeln, um seinen Besuch anzukündigen. Doch die unzähligen Uhren und Uhrwerke sind nicht nur zu hören, sie können bis ins Detail besichtigt werden. In der Sammlung des kleinen Museums geben zahlreiche Turmuhren, Signaluhren, Stempeluhren oder Wanduhren ihre zahnrädrigen Geheimnisse preis. Mehr als 50 Exponate haben Dirk Röder und der betreibende Verein zusammen getragen. Darunter auch das älteste Stück: Ein Turmuhrwerk aus dem Jahre 1480. Und es schlägt noch. Wenn Röder mittels Kurbel die 19 und 18 Kilogramm schweren Steingewichte nach oben kurbelt, setzen sich Gehwerk und Schlagwerk in Bewegung. Einen Minutenzeiger hatte die Uhr damals noch nicht, doch könnte das Werk auch heute noch stündlich eine Glocke schlagen. Bis auf die Seilzüge sind alle Teile original erhalten, selbst die Steingewichte aus sächsischem Porphyr. In Führungen erklärt Museumschef Dirk Röder seinen Gästen gern ihre Funktion. Seit seiner Kindheit wollte er Uhrmacher werden. Noch heute betreibt er neben dem Museum eine Werkstatt, in der er vom alten Uhrwerk bis zur modernen Technik alles repariert. Nach Jahren im Schloss Lichtenwalde zog das Museum im Oktober 2010 in das ehemalige CVAG-Verwaltungsgebäude neben dem Straßenbahnmuseum. Dieses Gebäude soll nun vom Verein Stück für Stück ausgebaut werden. Keine leichte Aufgabe, denn wie Röder erzählt, sind Turmuhrenfreunde rar, und so setzt sich der Verein aus Mitgliedern zusammen, die über ganz Sachsen verstreut sind.

Über Freunde von Feinmechanik und Technik vor Ort würde sich das Museum freuen. Wenn bald die notwendigsten Arbeiten an Haus und Lager erledigt sind, wolle man sich endlich auch der Präsentation des Museum widmen. Als nächstes steht eine Außengestaltung an, damit auch unkundige Gäste das Museum finden.



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