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Wo Kunst mit der Akustik beginnt

Musikschule Anbau für 2,3 Millionen Euro fertig - Eröffnungskonzert als Auftakt der Festwoche

Einen Gong anzuschlagen, ist in der Regel keine Kunst. Ihn dagegen in einem Konzertsaal so klingen zu lassen, dass ihn auch die Zuhörer in der letzten Reihe in akustischer Perfektion wahrnehmen, ist schon weitaus schwieriger. Akustikexperten aus Dresden haben diesen Anspruch im nun fertiggestellten Neubau der städtischen Musikschule auf dem Kaßberg umgesetzt. Insgesamt 2,35 Millionen Euro flossen in das zweijährige Bauprojekt, das zu 80 Prozent von der Stadt finanziert wurde. Im Anbau entstanden neben dem neuen Konzertsaal insgesamt sechs Unterrichtszimmer - unter anderem ein DJ-Raum - mit jeweils rund 20 Quadratmeter Fläche und ein Bandproberaum sowie zwei Verwaltungsbüros. Bis Februar werden im Altbau-Keller noch fünf weitere Unterrichtszimmer für Schlagzeuger renoviert. "Noch vor ein paar Jahren konnten wir nicht ahnen, dass der Anbau irgendwann eine Notwendigkeit darstellen würde", resümierte gestern Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig beim Rundgang mit Musikschulleiterin Nancy Gibson. "Anfang der 2000er-Jahre haben wir uns angesichts sinkender Schülerzahlen gefragt, ob es für städtische Musikschulen überhaupt eine Zukunft gibt. Das ist heute keine Thema mehr." Seit 2003 haben sich die Schülerzahlen der Einrichtung verdoppelt. Heute lernen insgesamt 2.100 Schüler 35 verschiedene Instrumente. "Das haben wir nicht zuletzt Nancy Gibson und ihrem aufgebauten Netzwerk zu verdanken, dass die Musikschule immer weiter ins öffentliche Bewusstsein rücken konnte." Die Leiterin selbst schwärmte gestern vor allem vom neuen, barrierefreien Konzertsaal: "Die Akustik ist einfach toll. Hier können wir mit Stolz unsere Musik präsentieren. Wir freuen uns auf zahllose Konzerte - von Klassik, Sprechtheater über Kammermusik bis hin zu Rock und Pop." Eingeweiht wird der Erweiterungstrakt am Samstag um 18 Uhr mit einem Eröffnungskonzert aller Musikschulsparten vor 150 geladenen Gästen. Im Anschluss wird der Neubau während einer Festwoche zum 65. Jubiläum bis zum 2. Oktober der Öffentlichkeit präsentiert.

In einem weiteren Bauabschnitt sollen zwei Stockwerke der denkmalgeschützten Jugendstilvilla sowie die Außenfassade für rund 800.000 Euro saniert werden.



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