„Woche der Demenz“ startet im Chemnitzer Kultkino: „Demenz kennt keine Altersgrenze.“

Das „DemenzNetz_C“ hat für die diesjährige Informationsveranstaltung ein interessantes Programm auf die Beine gestellt und zuvor dem Team des Tierparks Chemnitz eine fahrbare Überraschung bereitet.

Chemnitz

Das „DemenzNetz_C“ pflegt auch in diesem Jahr weiter eine schöne Tradition. Denn die nunmehr dreizehnte Auflage der Informationsveranstaltung zur „Woche der Demenz“ findet erneut im Chemnitzer Kultkino „Metropol“ statt – und leitet diese diesmal sogar ein.

Das diesjährige Motto lautet: „Demenz – (k)eine Frage des Alters.“ Lars Zeißig, Netzwerk-Mitglied sowie Bereichsleiter bei der Z&L Unternehmensgruppe, erklärt: „Die Annahme, dass Demenz ausschließlich alte Menschen betrifft, ist weit verbreitet, allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn leider sind mittlerweile auch Jüngere betroffen.“

Unsichtbare Krankheit zeigt sich selten

Ob im Alltag oder Berufsleben: Eine Demenzerkrankung ist anfänglich unsichtbar, zeigt sich recht selten. Einige Betroffene bleiben deswegen auch aktiv und selbstständig, andere wiederum sind frühzeitig auf Unterstützung angewiesen.

„Die Lebenssituationen sind so vielfältig, wie die Menschen selbst, und eine Demenzerkrankung bedeutet nicht das Ende von Lebensfreude, Begegnung oder Teilhabe“, betont Zeißig.

Mit Rainer Heydenreich hat das „DemenzNetz_C“ eine starke Persönlichkeit gewinnen können, die selbst die Diagnose Demenz erhalten hat.

In einem einstündigen Vortrag spricht der Banker im Ruhestand und Mitglied im Beirat „Leben mit Demenz“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft über das Leben mit einer Demenzerkrankung und vermittelt dabei vor allem Mut: „Ich kann zwar nicht zurückschauen – aber nach vorne geht es ganz gut“, so Heydenreich.

Wie Gedichte Erinnerungen wecken

Mit an Bord ist weiterhin der Poetry-Slammer Lars Ruppel. Hinter dem Begriff „Weckworte“ steckt das von ihm erdachte Poesie-Projekt für Alzheimer- und Demenzkranke.

In seinem Vortrag vermittelt der in der Wetterau geborene Sprachakrobat Pflegern und Angehörigen, mit welchen Gedichten Erinnerungen geweckt werden können. Der Veranstaltungswecker wiederum klingelt um 9 Uhr.

Der Einlass erfolgt um 8:30 Uhr. Nach einleitenden Worten von Metropol-Inhaberin Maret Wolff übernimmt Sebastian Thieswald, Geschäftsführer und Gesellschafter ASPIDA GmbH, die Moderation. Das gilt gleichfalls für die Podiumsdiskussion mit Fachexperten.

Den Abschluss bilden zwei Dokumentationen, die zeigen, wie eine frühe Demenzerkrankung den einstigen Familienalltag aufrüttelt.

Hierzu wird die Angehörige via Videoschalte von ihren Erfahrungen berichten. Zeißig hofft wieder auf eine rege Teilnahme: „Lassen Sie uns gemeinsam hinsehen, verstehen und handeln – Demenz geht uns alle an.“

Wer an der Informationsveranstaltung teilnehmen möchte, meldet sich bitte entweder via E-Mail ([email protected]) oder über den Online-Link an.

Tierpark Chemnitz erhält Zuwachs auf vier Rädern

Via Crowdfunding-Kampagne hat das „DemenzNetz_C“ ein tolles Projekt umsetzen können und dem „Tierpark Chemnitz“ einen Golf-Shuttle für bis zu acht Personen zur Verfügung gestellt. Damit können nun ebenso mobilitätseingeschränkte Menschen an den demenzsensiblen Führungen teilnehmen.

Die Übergabe an zwei Tierpark-Mitarbeiter übernahmen unter anderem Claudia Breutmann (helb – Betreuungs- und Pflegedienst Chemnitz) und Zeißig zwei Demenznetz-Mitglieder sowie ein Mitarbeiter der Stadt Chemnitz. Lagerung und Überführung des Fahrzeuges wurden durch Lars Stowasser von „Boxenstop Niederwiesa“ ermöglicht.

Nina Frank von „NR Slides“ übernahm die Fahrzeug-Folierung. „Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen“, ist Zeißig sichtlich zufrieden und stolz.

Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis Anfang Oktober weiter. Vom restlichen Spendengeld sollen im Tierpark zusätzliche Sitzmöglichkeiten errichtet werden.

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