Wort zum Fest Weise Weihnacht

Auch wenn es nichts wird mit einer weißen Weihnacht in diesem Jahr: Eine weise Weihnacht will ich mir trotzdem bescheren. Wie ich mir das vorstelle?

Ich nehme mir vor, nicht so töricht zu sein, mich über kleine Kleinigkeiten aufzuregen, die vermeintlich den Festablauf stören. Ich möchte mir viel Zeit nehmen fürs Reden, Schenken, Essen und Trinken. Ich beabsichtige, aufmerksam auf das zu hören, was mir in der Weihnachtsstube so erzählt wird ohne besserwisserisch darauf zu reagieren. Nicht zuletzt will ich die gute Botschaft von der Geburt des Christkindes an mich heranlassen. Denn die besagt, dass sich Gott nicht in einem Wolkenkuckucksheim verschanzt, sondern hier unten bei uns Menschen ankommt.

Und vielleicht ist es ja dann eine alte Weihnachts-Weise, die weihnachtliche Weisheit in mein Herz transportiert und mich innerlich besonders anspricht und aufbaut. Wahrscheinlich in diesem Jahr nicht gerade "Leise rieselt der Schnee ...". Aber es könnte durchaus die neunte Strophe des Liedes "Vom Himmel hoch, da komm ich her ..." sein. Sie lautet: "Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, dass du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß!"

Nun bin ich gespannt aufs Fest mit voraussichtlich nahezu frühlingshaften Temperaturen. Und ich wünsche mir und Ihnen, dass es ein weises Weihnachten für uns wird, von dem wir nach den Feiertagen noch eine große Portion Gottvertrauen und Mitmenschlichkeit übrig haben.

Stephan Brenner, Pfarrer