Würdigung für Zeitzeugen

Vorschlag Justin Sonder soll Ehrenbürger werden

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Justin Sonder. Foto: Andreas Seidel

Eine breit aufgestellte Koalition im Stadtrat plant nach der Benennung des Ex-Oberbürgermeisters Peter Seifert zum Ehrenbürger eine erneute Vergabe dieses Ehrentitels. Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Grünen, Linken, CDU/FDP sowie Vosi/Piraten wollen dem gebürtigen Chemnitzer Justin Sonder die höchste Würdigung der Stadt verleihen.

Sonder wurde am 18. Oktober 1925 als Sohn einer Hausfrau und eines Kaufmanns geboren. Früh war er mit Antisemitismus konfrontiert, 1938 erlebte er die Pogromnacht in Chemnitz. Als gelernter Koch musste er zwischen 1941 und 1943 Zwangsarbeit in einem Chemnitzer Rüstungsbetrieb leisten, im Februar 1943 wurde er ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Er überlebte das Vernichtungslager und mehrere Todesmärsche, 1945 wurde er von der amerikanischen Armee befreit - und zog in seine Heimatstadt zurück.

Seitdem gehört er zu den unermüdlichen Zeitzeugen und begleitete beispielsweise den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff bei einer Reise nach Auschwitz. Vor allem sein Engagement um das Wachhalten der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen soll mit der Ehrenbürgerschaft gewürdigt werden. Am 25. Januar wird darüber im Stadtrat abgestimmt.