Zahl der Wildunfälle gestiegen

Sicherheit Winterzeit erhöht das Unfallrisiko mit Wildschwein, Reh und Hase

Wenn die Uhren nachts um eine Stunde zurückgestellt werden, freut sich der Mensch über die zusätzliche Mütze Schlaf. Wildschwein, Reh und Hase kennen dagegen keine Winterzeit. Ihre alltägliche Futtersuche im Morgengrauen fällt durch die Zeitumstellung von einem Tag auf den anderen mitten in den Berufsverkehr - und wird für Wochen zum gefährlichen Unterfangen. In den Herbstmonaten sorgen zudem abgeerntete Felder und die Paarungszeit bei einigen Wildarten für mehr Aktivität und somit für ein höheres Wildunfallrisiko.

Mobile Borstentiere

In Deutschland kracht es alle zweieinhalb Minuten zwischen Auto und Wildtier. "Spitzenreiter" sind Rehe mit mehr als 200.000 Unfällen jährlich. 28.000 Unfälle gingen 2011 auf das Konto der Wildschweine, wie die jährliche Wildunfallstatistik des Deutschen Jagdschutzverbands (DJV) zeigt.

Erkennen Autofahrer Wildtiere am Fahrbahnrand, sollten sie vorsichtig und vorausschauend weiterfahren, denn Reh oder Wildschwein sind meist nicht allein unterwegs. Weiterer Wildwechsel, vor allem am Übergang von Wald- und Feldzonen, ist daher nicht ausgeschlossen. "Wer umsichtig fährt und sein Tempo von 100 auf 80 reduziert, verkürzt den Bremsweg seines Fahrzeugs bereits um 35 Meter", erläutert DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald.

Verhalten im Ernstfall

Reinwald empfiehlt, im Ernstfall das Lenkrad festzuhalten, zu bremsen, abzublenden und zu hupen. Sollte es dennoch zu einer Kollision mit Wildschwein und Co. kommen, ist die Unfallstelle umgehend abzusichern. Die Autofahrer müssen die Polizei oder, falls bekannt, den zuständigen Jagdpächter benachrichtigen. Beide stellen Wildunfallbescheinigungen für die Versicherung aus. Auch wenn am Auto kein sichtbarer Schaden entstanden und das Tier geflohen ist, bittet der DJV um eine Meldung. Der Jäger kann das verletzte Wild mit speziell ausgebildeten Hunden suchen und wenn nötig von seinen Qualen erlösen. Infos unter www.jagdnetz.de .