Zimmer frei in der Villa Esche

Architektur Workshop erarbeitet neue Einrichtungsideen - zumindest virtuell

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Große Sofas und Hängesessel? Für die Villa Esche werden Einrichtungsideen gesucht. Grafik: Horus Vision

Eigentlich ist die Villa Esche ja ein Gesamtkunstwerk: Der belgische Architekt Henry van de Velde durfte bei seinem ersten Hausbau-Auftrag in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur das Haus an sich entwerfen, sondern auch gleich noch den Garten, die Inneneinrichtung von Tapeten über Möbel bis hin zum Geschirr - und dann auch noch die darauf abgestimmten Kleider der Damen im Hause. Eigentlich sollte man also so wenig wie möglich verändern, wenn man das Kunstwerk als solches erhalten will.

Workshop fordert Kreativität

Die van-de-Velde-Gesellschaft Sachsen ruft jetzt dennoch dazu auf: Gesucht werden neue Einrichtungsideen für einige der Zimmer in der Villa Esche - zumindest virtuell. In einem Workshop am kommenden Samstag (20. Oktober, 10 bis 16 Uhr, Anmeldung unter vandevelde.sachsen@gmx.de) sollen in der Villa Esche (Parkstraße 58) zwei Räume nach den Ideen der Teilnehmer neu möbliert werden. "Herrenzimmer und Damenzimmer könnten beispielsweise in ein Bewohnerzimmer und einen Gemeinschaftsraum einer Wohngemeinschaft umgewandelt werden", so Christian von Borczyskowski, Vorsitzender der van-de-Velde-Gesellschaft. Dazu gibt es ab 10 Uhr zunächst einen Rundgang durch die Villa. Anschließend geht es an die Neueinrichtung.

Dafür wurden von der Chemnitzer Firma Horus Vision zunächst virtuelle 3D-Modelle der beiden Räume erstellt - die Workshopteilnehmer können sie dann allein oder in kleineren Gruppen mit ebenfalls virtuellen Katalogmöbeln füllen. Am 6. November sollen die Ideen der Teilnehmer dann auch ab 19 Uhr der Öffentlichkeit präsentiert werden - ebenfalls in der Villa Esche. Ergänzt wird das Programm an diesem Tag um eine Präsentation von Wohnungen, die Henry van de Velde für sich selbst entworfen hatte. Noch vor dem Workshop bietet die Gesellschaft am Donnerstag, 18. Oktober, 19 Uhr in der Villa Esche einen Vortrag über den Universalkünstler Wenzel Hablik an, der zur expressionistischen Architektur- und Gestaltungsavantgarde gehört hat.