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Zucker in der Hand

Wort zum Sonntag von Pastor Jens Fabich

Neulich las ich die Geschichte eines alten Rabbis. Er nahm beim Teetrinken ein Stück Zucker in die Hand und hielt es solange fest, bis er ausgetrunken hatte. Seinem verwunderten Sohn erklärte er: Ein Mensch kann sowohl mit der Zunge als auch mit der Hand schmecken... Die Vorstellung vom Zucker in der Hand faszinierte mich. Irgendwann musste ich es ausprobieren - sie ahnen es: mit enttäuschendem Ergebnis. Mein Kaffee war nicht süß. Ich brauche wohl noch etwas Übung! Auf der Suche nach Glück gebe ich mich nicht mit dem Zucker in der Hand zufrieden. Der Zucker muss in die Tasse und dann in meinen Bauch! Das ist normal, und trotzdem fasziniert mich der Gedanke Glück zu empfinden, wenn ich es "nur" ansehen kann. Das Glück der anderen muss nicht zur bitteren Pille werden. Es ist schön, wenn jemand über die Pflaumen in Nachbars Garten staunt, wenn jemand fröhlich ist, weil ein anderer lacht, wenn einer Anerkennung empfindet, weil den Kollegen etwas gelingt, oder wenn jemand Dankbarkeit spürt, weil bedrohte Menschen in Sicherheit sind.

Jens Fabich, Pastor



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