Zwei Seiten einer Mauer

Lesung Alexander Stapper über seinen Debutroman und das Self-Publishing

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Autor Alexander Stapper und Hörbuchsprecherin Yasmina Ramdani nach der Lesung in Chemnitz. Foto: Anika Weber

Es gibt viele Menschen, die sich vornehmen, in ihrem Leben einmal ein Buch zu schreiben. Aber nur die wenigsten setzen diesen Wunsch auch in die Tat um. Doch ein paar Mutige muss es doch geben, sonst wären die Bücherregale schließlich leer. Alexander Stapper aus Köln ist so jemand, der sich getraut hat, eine eigene Geschichte zu veröffentlichen. Gestern Abend hat er seinen Debutroman "Zwei Seiten einer Mauer" in der Buchhandlung "Universitas", in Kooperation mit Radio "Unicc" und der Philosophischen Fakultät der TU in Chemnitz vorgestellt und zu einer Lesung mit Yasmina Ramdani, sie ist die Stimme des Hörbuchs, eingeladen.

Wie kommt man auf die Idee ein Buch zu schreiben?

In dem Dystopieroman geht es um einen Jungen, der in einer Stadt aufwächst, die von einer Mauer umfasst ist. Vor vielen Jahren gab es eine Epidemie und nichts ist seitdem mehr, wie es vorher war. Die Mauer soll seitdem die "gesunden" Menschen vor den "Infizierten" schützen. Niemand darf rein oder raus. Doch der Junge macht eines Nachts eine Entdeckung.

Alexander Stapper erzählt, ihm sei die Idee zum Buch im Traum gekommen: "Ich habe von dieser Stadt geträumt, die von einer Mauer umgeben war. Ich habe beobachtet, wie Transporter jede Nacht die Stadt verlassen haben. Mehr kann ich nicht verraten." Der junge Autor hat Ingenieurwesen für Medientechnologie in Köln studiert. Schreiben war für ihn immer ein kreatives Hobby, wie auch das Malen. Sein Buchcover hat er deshalb ebenfalls selbst gestaltet.

Self-Publishing erfordert Mut und Ausdauer

Von der Idee bis zum fertigen Buch war es jedoch ein langer Weg. Zweieinhalb Jahre hat Alex an dem Roman gewerkelt, bis er ihn dann seiner Freundin zum Geburtstag schenkte. Sie war verdutzt, als er sagte: "Ich habe ein eigenes Buch geschrieben." Für ihn war da noch nicht einmal klar, dass er es veröffentlichen wird, aber die Resonanz im Freundes- und Familienkreis war so groß, dass er sich entschloss, den Weg des Self-Publishing (dt.: Selbstverlag) zu gehen.

"Es gibt viele Vorteile, zum Beispiel entscheidet der Markt darüber, wie das Buch angenommen wird. Man hat keinen Verlag, dem man die Rechte abtritt und der womöglich noch die ganze Geschichte ändert", erzählt er. "Jedoch hat es auch Nachteile, da man selbst dafür sorgen muss, dass das Buch bekannt wird. Man kann es außerdem nicht einfach in einen Buchladen stellen. Jedoch kann jeder Buchladen auf Anfrage eines bestellen und im Internet funktioniert das sowieso problemlos."

Nun ein Hörbuch und eine englische Fassung

Nachdem das Buch so gut angenommen wurde, arbeiten er und Yasmina Ramdani gerade an der Hörbuchversion. Aufgenommen im Studentenradio Unicc am Campus in Chemnitz, soll es dann Anfang 2018 erscheinen. Eine Freundin von Alex arbeitet zusätzlich an der englischen Übersetzung. Seine Freunde waren es übrigens auch, die das Lektorat übernommen haben. "Self-Publishing funktioniert vor allem dann gut, wenn man tolle Freunde hat, die einen unterstützen", sagt Alex zum Schluss.



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