Jeannine ist jetzt Erzieherin: Dreifache Mama hat mit 35 Jahren alle Prüfungen bestanden

Diese Vogtländerin hat viele Umwege in Kauf genommen

Oelsnitz

Dieses Mädel hat viel zu erzählen. Ihre Botschaft lautet: Glück ist Arbeit. Und es ist nie zu spät. Jeannine Gritzke (35) stammt eigentlich aus der Nähe von Eilenburg. Dann zog ihre Familie ins Erzgebirge. Später lebte und arbeitete die Fachkraft im Gastgewerbe im schönen Schwarzwald. Dort ist Jeannine Tagesmutti geworden und es ging ins Vogtland. "Geradeaus bin ich nicht gefahren. Das stimmt. Aber jetzt bin ich ganz gut unterwegs", lacht die junge Frau und sitzt in der Freizeitanlage im Syratal in einem Minicar.

Mit dem Trabi an die Ostsee...

"Nine" liebt Autos. Ganz besonders Trabis. Dafür ist sie zuletzt bis an die Ostsee gefahren. Zum großen Szenetreff waren über 800 Rennpappefans nach Anklam gedüst. Nine mittendrin. Sie mag den Trubel, aber nicht das Rampenlicht. Deshalb musste die nette Frohnatur auch erst auf das Tattoo-Model der Woche aufmerksam gemacht werden. Freundin Jessica hatte da dem BLICK geholfen.

Alle Prüfungen bestanden: "Ich bin jetzt staatlich anerkannte Erzieherin"

Beruflich hat die dreifache Mama gerade eine siebenjährige Ausbildung erfolgreich beendet. "Ich bin jetzt staatlich anerkannte Erzieherin", berichtet die pädagogische Fachkraft, die es lange Zeit gar nicht leicht hatte. Jeannine ist eine Kämpferin mit ganz viel Durchhaltevermögen. Eine Art Dauerbrenner eben.

"Meine Oma war Lehrerin", berichtet die Oelsnitzerin. Von der Dresdner Oma war nicht nur die Enkelin begeistert. Auch die Schüler liebten diese Frau. Bis zu ihrem 13. Lebensjahr lebte Jeannine in Ochelmitz, ein 70-Seelen-Ort bei Eilenburg. Dann zog es die Mama mit Nine und deren Bruder nach Schwarzenberg. Als junge Fachkraft im Gastgewerbe startete Nine im Alter von 21 Jahren in Wuppertal. Es ging weiter nach Bahlingen am Kaiserstuhl in den schönen Schwarzwald.

Vieles in ihrem Leben hat erst in der zweiten oder dritten Runde geklappt

Im Schwarzwald ist Jeannine in die Selbstständigkeit gegangen und Tagesmutti geworden. Die Rückkehr in den Osten folgte 2016. In Plauen schloss sie 2018 ihre Ausbildung als Kindertagespflegemama ab. Die junge Frau liebt Kinder und sie ging privat und beruflich für die Kids an ihre eigenen Grenzen.

"Ja es war knallhart, weiter die Schulbank zu drücken", berichtet Jeannine, die inzwischen mit Émile (14), Emma (11) und Finley (6) drei eigene Kinder großzieht. Vieles in ihrem Leben hat erst in der zweiten oder dritten Runde geklappt. Ihren Bruder hatte sie 13 Jahre aus den Augen verloren. Jetzt sind die Beiden wieder ein Herz und eine Seele.

Diese Tattoos können sprechen

Das erste Tattoo - das Herz auf ihrem Rücken - hatte sich Jeannine gleich mit Muttizettel stechen lassen. Da war mit 16. Im Laufe der Jahre hat sie insgesamt 6.000 Euro in ihre Körperkunst investiert. "Die Bilder stehen für meine Individualität und dass ich gelernt habe, das Leben wieder Wert zu schätzen." Das war nicht immer so in Nines Leben. Deshalb spricht ein Bild im Gleichgewicht perfekt unvollkommen von der Stärke und Erkenntnis aus dem Inneren.

Bruder Philipp hat ebenfalls einmal Hand angelegt. "Das Bild bedeutet, dass meine Unperfektheit für mich perfekt ist." Auch die Sanduhr mit Leuchtturm spricht: "Es kommt alles zu seiner Zeit, meine Nine. Ich werd' immer dein Licht auf deinem Weg sein." So hat es Oma Helga immer gesagt...

Zwischen Realität und Märchenwelt

Von der einstigen Realität geht es in die Zukunft der Märchenwelt. Maleficent ist die dunkle Fee, die zu etwas gemacht wurde, was sie im Herzen nicht ist. Durch den Missbrauch von Vertrauen verändert manch einer seiner ganzes Wesen. Doch Maleficent ist im Herzen rein und gut und nur durch ehrliche Liebe und Vertrauen zeigt sie ihr wahres Ich. Tätowierer Skin Dyer wird wohl noch weitere Bilder auf Nines Körper zum Sprechen bringen.

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