20 Jahre Motionless in White: Haben sich die vier Jahre Wartezeit auf „Decades“ gelohnt?

Tipp der Woche: Vier Jahre nach dem letzten Studioalbum melden sich Motionless in White mit „Decades“ zum 20. Bandjubiläum zurück. Ist es das beste Metal-Album seit Langem?

Vier Jahre hat es gedauert, bis die Fans von Motionless in White neue Musik von ihrer Lieblingsband hören durften. Am 17. Juli kam nun endlich die langersehnte Scheibe zum 20. Bandjubiläum der US-Amerikaner heraus.

Unter dem Titel „Decades“ (dt.: Jahrzehnte) bringen sie eine gute Bandbreite mit Stilrichtungen aus ihrer gesamten Karriere auf ein Album. Es handelt sich insgesamt um den siebten Longplayer der Band aus Scranton, Pennsylvania.

Jeder (!) Metalfan findet mindestens ein Lied, was ihm /ihr super gefällt

Nach knapp zweieinhalb Wochen des Hörens und als Fan, der seit etwa dreizehn Jahren den Werdegang der Band verfolgt, kann ich nun auch endlich meinen Senf zur neuen Scheibe dazu geben: Hört rein! Es lohnt sich mehr, als ich es erwartet habe!

Ich sage euch: Auf diesem Album ist für jeden Metalfan mindestens ein Song dabei, der gefällt und das hatte ich nicht kommen gesehen. Wir bekommen harte Nummern, romantische Balladen, elektronische Tanzhits und ganz viel Motionless-DNA.

Unterstützung von Slipknot

Es gibt wieder härtere Nummern wie „Playing God“, der mit Slipknot-Frontman Corey Taylor daher kommt, oder den Titeltrack „Decades“, der brachial und ein gewaltiger Einstieg in die Platte it. Auch „Fight Like Hell“, kommt gut an. Die anderen beiden gefallen mir persönlich allerdings ein kleines bisschen mehr.

Metal-Ballade mit Skylar Grey

Die Zusammenarbeit mit Skylar Grey zum Song „R.I.P“ stellt einen der Highlights des Albums da. Die Sängerin sagt selbst, ihr seien Melodie und Text im Traum gekommen und sie habe in Motionless in White die perfekte Collaboration für den Song gefunden. Das Video ist atemberaubend, auch wenn es mich wundert, dass der Song nicht auf Skylars Album gelandet ist.

 

Vampir-Lovestory spaltet die Hörer und Hörerinnen

Auch die Vampir-Hymne „Love at First Bite“ ist ein besonderer Song, der wahrscheinlich eher den Mädels gefallen wird. Zumindest hatte ich mit einigen Männern Debatten darüber und turns out: Ist nicht so deren Ding. Ich finde ihn großartig, da er alle Fantasien an eine Vampiromanze befeuert und die Orgel-Titelmelodie einfach super cool klingt. Sänger Chris erklärte dazu, dass das Lied das Gegenstück zu „Werewolf“ darstellt, welche auf der Vorgängerplatte „Scoring The End Of The World“ von 2022 zu finden war.

 

Back to the Roots: Elektronische Töne, wie in den Anfängen

Wer es etwas elektronischer mag, der kommt diesmal wieder ein bisschen mehr auf seine Kosten. Wir wissen, dass MIW nicht ohne Elektronik können, aber dass wir einen Rave bekommen, hätte wohl keiner erwartet. „Blood Rave“ ist ein absoluter Banger. Auch bei „All That I‘ve Ever Known“ sind vor allem im hinteren Teil des Songs Industrial-Klänge zu hören. Insgesamt ist das Lied eine Hymne für alle verlorenen Seelen da draußen, die ihre Lebenskraft aus der Musik der Band ziehen. Der Maschinensound steht den Jungs auf jeden Fall. I love it.

 

Ein Vertrag für die dunklen Kreaturen

Mit „Blood Pact“ haben Motionless dann den perfekten Vertrag der „schwarzen Szene“ geschrieben. Alle, die auf spooky Vibes stehen und sich eher zur Dunkelheit hingezogen fühlen, werden den Sinn in diesem Song erkennen. Die anderen wahrscheinlich nicht, aber das ist voll okay.

Motionless covern Klassiker aus den 80er Jahren

Es gibt auf dem Album auch wieder ein Cover: „Sunglasses At Night“, eigentlich ein Song aus den 80ern von Cory Hart, ist der geborene Motionless Song. Nicht nur, weil man Frontmann Chris in so gut wie jedem Interview mit Sonnenbrille sieht. Schon beim Cover „Somebody Told Me“ von The Killers haben die Jungs aus Scranton gezeigt, wie gut sie covern können. Und wieder landen sie einen Volltreffer. Chris erzählte in diversen Interviews, dass er das Lied seit vielen Jahren covern wollte und einfach nur auf den perfekten Moment gewartet hat.

 

Einer der besten Songs der gesamten Diskografie

Zum Schluss möchte ich nochmal kurz über die erste Single des Albums „Afraid Of The Dark“ sprechen, denn dieser Song ist, meiner Meinung nach, die beste Single und einer der besten Songs der kompletten Diskografie der Band. Der C-Part strotzt vor Emotionen. In welchem Moment Chris ihn geschrieben hat - wir brauchen mehr solcher Momente und Songs!

 

Fazit: Rundum gelungen!

Für mich ist das Album rundum gelungen, was ich nach der ersten Ankündigen vor Monaten niemals gedacht hätte. Denn was ich kritisieren muss: Ich finde, dass der Name und das Artwork des Albums leider ein bisschen einfallslos sind für meinen Geschmack. Da waren die Vorgängerplatten besser durchdacht. Dafür überzeugt das Album mit der Musik und den Lyrics und das ist mir an dieser Stelle viel wichtiger.

Tracklist:

  • 1. Decades
  • 2. Log_in//Crash_out
  • 3. R.i.p. (feat. Skylar Grey)
  • 4. Fight Like Hell
  • 5. Playing God (feat. Corey Taylor)
  • 6. All That I‘ve Ever Known
  • 7. Blood Rave (feat. Anthony Martinez)
  • 8. Love At First Bite
  • 9. Count Back From Zero
  • 10. Blood Pact
  • 11. Afraid Of The Dark
  • 12. Sunglasses At Night
  • 13. Hollywood (Bonustrack)
  • 14. Fight Like Hell (feat. Outlier) (Bonustrack)

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