Der LIQUI MOLY Motorrad Grand Prix von Deutschland war in diesem Jahr der elfte von 22 MotoGP insgesamt, beendete also die erste Saisonhälfte. Die zweite Halbzeit und somit das MotoGP-Jahr 2025 wird an diesem Wochenende im spanischen Valencia abgeschlossen. Dabei feiert der Circuit Ricardo Tormo quasi sein Comeback im MotoGP-Kalender. Im vorigen Jahr musste das traditionelle Saisonfinale nach schweren Überschwemmungen abgesagt werden und wurde stattdessen im weniger von Unwettern heimgesuchten Barcelona ausgetragen.
Kleine Geschichtskunde zur Rennstrecke
Nun kommt es zum 27. Motorrad Grand Prix auf der 1999 eröffneten und damals sogleich erstmals im MotoGP-Kalender befindlichen Rennstrecke. Im Jahr 2023 fanden die Grand-Prix-Rennen am Sonntag, dem 26. November, statt, dem spätesten Saisonfinale in der Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft.
Die Strecke ist nach dem spanischen Rennfahrer Ricardo Tormo benannt, der 1978 und 1981 für Bultaco den WM-Titel in der 50-ccm-Klasse gewann. Zusätzlich zu seinen 15 Grand-Prix-Siegen in der 50er-Kategorie holte er auch vier Siege in der 125-ccm-Kategorie. Seine Karriere endete 1984 aufgrund von Beinverletzungen, die er sich bei einem Testunfall zugezogen hatte. Der am 7. September 1952 im Valencia-nahen Canals geborene Ricardo Tormo Blaya verstarb am 27. Dezember 1998 im Alter von nur 46 Jahren an Leukämie.
Zwei Drittel der Luft ist raus
Leider ist die ganz große Spannung in diesem Jahr schon ein bisschen verflogen, denn in der Premium-Klasse MotoGP und auch in der Moto3-Kategorie der hubraumschwächsten Motorräder stehen mit den Spaniern Marc Marquez und Jose Antonio Rueda die Weltmeister 2025 schon länger fest. Beim Schaulaufen vor heimischen Fans sind beide verletzungsbedingt nicht am Start.
Das tut der Sache aber in Bezug auf den Zuschaueraufmarsch keinen Abbruch, denn die Tribünen mit einer Kapazität von 150.000 Sitzplätzen sind für den Renntag schon lange ausverkauft.
Nicht Marc sondern Alex
Am heutigen Samstag fand neben den Qualifying-Trainings für die Ermittlung der Startaufstellungen am Rennsonntag das inzwischen obligatorische Sprintrennen der MotoGP statt. Bei diesem hatte der jüngere Bruder des bis zu seiner Verletzung 14-fachen Sprintsiegers 2025 Marc Marquez, der als Vize-Weltmeister ebenfalls bereits feststehende Alex Marquez, von Beginn an alles unter Kontrolle und fuhr seinen dritten Sprint-Sieg des Jahres ein. Ebenso souverän landete sein Landsmann Pedro Acosta auf Rang zwei. Im Duell um den dritten Platz auf dem Podest-Provisorium setzte sich der Italiener Fabio di Giannantonio gegen den nächsten Spanier Raul Fernandez durch.
Die Ausgangslagen für den Kampf um den letzten WM-Titel 2025
In den Klassen Moto2 und Moto3 ging es heute vornehmlich um die Ermittlung der Startaufstellungen für deren Rennen am Sonntag. In der Moto2 sicherte sich diese mit Daniel Holgado der nächste aus dem gelobten Motorradland Spanien vor Izan Guevara mit dem gleichen Herkunftsland sowie dem Australier Senna Aguis vom Memminger Team LIQUI MOLY Dynavolt Intact GP. Dessen ebenfalls aus Spanien kommender Stallgefährte Manuel Gonzalez geht morgen von der fünften Startposition aus ins Rennen und hofft noch auf den Weltmeistertitel. Dazu müsste er den finalen Lauf aber gewinnen und der klare Tabellenleader, der Brasilianer Diogo Moreira, dürfte maximal 15. werden. Dieser Fall dürfte allerdings nur bei besonderen Umständen eintreten, denn beide haben schon vier Saisonrennen gewonnen und kommen auch darüber hinaus eher für die vorderen Plätze in Frage. Diogo Moreira holte sich heute den neunten Startplatz.
In der Moto3 nehmen morgen neben dem Polesetter Adrian Fernandez, ebenfalls aus Spanien, dessen weitere Landsleute David Almansa und Maximo Quiles in der ersten Startreihe Aufstellung.
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