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  1. Deutschland & Welt
  2. Angst vor der Feuerfront in der Eifel

Angst vor der Feuerfront in der Eifel

Gleich zwei Waldbrände bedrohen Orte in der Eifel: Was Bewohner aus Monschau und Hürtgenwald zwischen Hoffnung, Zusammenhalt und Sorge um ihr Zuhause berichten.

Von dpa
16.08.2026, 18:09 Uhr
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    Angst vor der Feuerfront in der Eifel - Flammen in der Hochmoor- und Sumpflandschaft Hohe Venn - es liegt unweit der deutschen Grenze.
    Flammen in der Hochmoor- und Sumpflandschaft Hohe Venn - es liegt unweit der deutschen Grenze. Bild: Christoph Reichwein/dpa
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    Angst vor der Feuerfront in der Eifel - Zahlreiche Kräfte der Feuerwehr stehen an einer Straße.
    Zahlreiche Kräfte der Feuerwehr stehen an einer Straße. Bild: Federico Gambarini/dpa
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    Angst vor der Feuerfront in der Eifel - Eine große Rauchwand ist von Deutschland in Richtung des großen Waldbrands in Belgien im Gebiet Hohes Venn zu sehen. (Luftaufnahme mit einer Drohne)
    Eine große Rauchwand ist von Deutschland in Richtung des großen Waldbrands in Belgien im Gebiet Hohes Venn zu sehen. (Luftaufnahme mit einer Drohne) Bild: Christoph Reichwein/dpa
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    Angst vor der Feuerfront in der Eifel - Die Aufnahme aus einem Flugzeug zeigt das Waldbrandgebiet im Hürtgenwald.
    Die Aufnahme aus einem Flugzeug zeigt das Waldbrandgebiet im Hürtgenwald. Bild: Sascha Thelen/dpa
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    Angst vor der Feuerfront in der Eifel - Annett und Dirk Conrad mit ihrem siebenjährigen Sohn Killien gehören zu den Einwohnern der evakuierten Ortschaft Gey. Sie sind zurückgekehrt.
    Annett und Dirk Conrad mit ihrem siebenjährigen Sohn Killien gehören zu den Einwohnern der evakuierten Ortschaft Gey. Sie sind zurückgekehrt. Bild: Christian Knieps/dpa
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    Angst vor der Feuerfront in der Eifel - Landwirte mit Wassertanks unterstützen die Löscharbeiten beim Waldbrand im Hürtgenwald.
    Landwirte mit Wassertanks unterstützen die Löscharbeiten beim Waldbrand im Hürtgenwald. Bild: Federico Gambarini/dpa
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    Angst vor der Feuerfront in der Eifel - Die Bewohner bedanken sich.
    Die Bewohner bedanken sich. Bild: Federico Gambarini/dpa
Monschau/Hürtgenwald

Bilder von verheerenden Waldbränden sind bisher weit weg gewesen. Große Feuer wüteten in den vergangenen Monaten etwa in Spanien und Frankreich. Doch plötzlich bangen auch in der Eifel in Nordrhein-Westfalen Tausende Menschen um ihr Zuhause, um ihre Heimat. Die Bedrohung ist quasi vor der Haustür angekommen. 

Für Monschau, das idyllische Fachwerkstädtchen mit zahlreichen Touristen, wird ein Waldbrand im Hohen Venn zur Gefahr. Auf belgischer Seite tobt in dem Hochmoor ein riesiges Feuer und auch zieht auch auf die deutsche Seite. 

  • Angst vor der Feuerfront in der Eifel - Eine große Rauchwand ist von Deutschland in Richtung des großen Waldbrands in Belgien im Gebiet Hohes Venn zu sehen. (Luftaufnahme mit einer Drohne)
    Eine große Rauchwand ist von Deutschland in Richtung des großen Waldbrands in Belgien im Gebiet Hohes Venn zu sehen. (Luftaufnahme mit einer Drohne) Bild: Christoph Reichwein/dpa

Stunde für Stunde wird genau beobachtet, wie sich die Feuerwalze bewegt. Laut Eifelstadt sind es am Sonntagmittag noch weniger als zwei Kilometer bis zur deutschen Grenze. 

Beißender Brandgeruch und gepackte Taschen 

In Plattevenn, einem kleinen Fleckchen in Monschau, haben manche in der Nacht neben gepackten Koffern übernachtet. Bauernhöfe und das ein oder andere Haus stehen hier zwischen Feldern. Auch für die Bewohnerinnen und Bewohner zwei weiterer Siedlungen gab es die Empfehlung, wegen der Rauchgase vorübergehend ihr Zuhause zu verlassen. 

Die Stadt rät das später weiteren 5.000 Einwohnern, die ebenfalls in den Ortsteilen Mützenich und Kalterherbeg von beißendem Brandgeruch betroffen sind. Eine Evakuierung ordnet die Verwaltung aber zunächst nicht an. Trotzdem weiß niemand so recht, ob es dabei bleibt und wann die Bedrohung vorbei sein wird. 

"Wir waren vorbereitet", sagt ein verunsichertes Paar aus Plattevenn. Sie konnten zwar bleiben, aber die Anspannung nagt an ihnen. "Als wir aufgewacht sind am Morgen, haben wir einen großen Schrecken bekommen. Das Haus lag im Nebel. Wir dachten aber zuerst, es ist Rauch vom immer näher kommenden Waldbrand."

Man hält zusammen, will keine Panik 

Auch Angehörige, Freunde und Bekannte sind besorgt, wollen aber nicht in Panik verfallen. "Ich hatte meine Tasche gepackt, aber im Augenblick ist alles ganz normal. Mach Dir keine Sorgen", beruhigt am Handy eine Frau ihren Gesprächspartner - und geht mit ihrem Hund spazieren, wie immer. 

  • Angst vor der Feuerfront in der Eifel - Die Aufnahme aus einem Flugzeug zeigt das Waldbrandgebiet im Hürtgenwald.
    Die Aufnahme aus einem Flugzeug zeigt das Waldbrandgebiet im Hürtgenwald. Bild: Sascha Thelen/dpa

Die Menschen halten zusammen, erkundigen sich nach anderen. Die Unruhe wächst aber angesichts der anhaltenden Feuerfront und Brandentwicklung. Spaziergänger berichten einem dpa-Reporter in Plattevenn von einem Landwirt, dessen Hof sehr nah an der belgischen Grenze liegt. Er habe in der Nacht seinen Hof vorsorglich immer wieder mit Wasser bespritzt.

Hürtgenwald-Gey ist verschont - aber weit von Normalität entfernt

In Hürtgenwald spürt man dagegen ein Aufatmen. Der größte Waldbrand in der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen ist unter Kontrolle, wie Landrat Ralf Nolten (CDU) am Sonntagabend erklärte. Die Zahl der Einsatzkräfte kann deutlich reduziert werden. Auch die Zahl der Löschhubschrauber nimmt deutlich ab. 

Am Samstagabend kehrten die ersten der rund 2.000 Bewohner des evakuierten Ortsteils Gey in ihre Wohnungen und Häuser zurück, wie eine Sprecherin des Kreises schilderte. Am Sonntagmorgen waren nach Behördenangaben zwei Drittel der Betroffenen wieder vor Ort. 

Nicht alle, die in der Nacht eilig gehen mussten, waren zuversichtlich, dass sie ihre vier Wände jemals wieder heile sehen würden. Und tatsächlich war es wohl knapp - die Flammen näherten sich aus 250 Meter. 

  • Angst vor der Feuerfront in der Eifel - Annett und Dirk Conrad mit ihrem siebenjährigen Sohn Killien gehören zu den Einwohnern der evakuierten Ortschaft Gey. Sie sind zurückgekehrt.
    Annett und Dirk Conrad mit ihrem siebenjährigen Sohn Killien gehören zu den Einwohnern der evakuierten Ortschaft Gey. Sie sind zurückgekehrt. Bild: Christian Knieps/dpa

Annett und Dirk Conrad sind mit ihrem siebenjährigen Sohn Killien aus einem Hotel in Düsseldorf zurück in Gey. Nachts um vier Uhr am Freitag kam der Alarm. "Hinten raus konnten wir die Flammen sehen, wie die über den Berg auf uns zukamen", schildert das Paar rückblickend. Bis die Normalität zurückkehre, werde es noch dauern. "Aber wir sind dankbar, dass alles soweit gut gegangen ist."

  • Angst vor der Feuerfront in der Eifel - Landwirte mit Wassertanks unterstützen die Löscharbeiten beim Waldbrand im Hürtgenwald.
    Landwirte mit Wassertanks unterstützen die Löscharbeiten beim Waldbrand im Hürtgenwald. Bild: Federico Gambarini/dpa

Das Feuer im Hürtgenwald wütete auf einer Fläche von 420 Fußballfeldern. Ein Großaufgebot von Hunderten Feuerwehrleuten, die nach zwölf Stunden jeweils von frischen Kräften aus ganz NRW abgewechselt werden, kämpfte tagelang dagegen an, ein Herkules-Auftrag. 

Bis zu elf Hubschrauber mit Löschwasser waren gleichzeitig im Hürtgenwald im Einsatz. Bergepanzer der Bundeswehr zogen auch nachts Schneisen, damit sich das Feuer nicht noch weiter ausbreiten könnte. Landwirte karrten mit ihren Traktoren und großen Tanks immer wieder Löschwasser für den Einsatz heran.

  • Angst vor der Feuerfront in der Eifel - Die Bewohner bedanken sich.
    Die Bewohner bedanken sich. Bild: Federico Gambarini/dpa

Inzwischen wüten keine offenen Flammen mehr im Hürtgenwald, es geht noch um Glutnester. Den Großrand werden sie hier lange nicht vergessen. Auch die Hilfsbereitschaft nicht. Auf den Anfahrtswegen haben Anwohner Schilder aufgestellt als Dankeschön für die große Unterstützung.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

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